Der Handelsverband Deutschland (HDE) begrüßt die geplante Aktivrente, die Beschäftigten nach Erreichen der Regelaltersgrenze einen monatlichen Steuerfreibetrag von 2.000 Euro gewähren soll. Die Bundesregierung will mit dem Gesetz Anreize für eine längere Beschäftigung schaffen.
„Wir brauchen die Babyboomer-Generation in den Betrieben noch weiter. Das macht die demografische Entwicklung sehr deutlich“, erklärte Steven Haarke, HDE-Geschäftsführer für Arbeit und Soziales, in der Mitteilung. Der Verband kritisiert allerdings, dass die Regelung nur für nichtselbstständige Beschäftigung gelten soll. Die Politik müsse im Gesetzgebungsverfahren nachbessern, so der HDE-Geschäftsführer.
Der Handelsverband erkennt zudem Widersprüche in der Arbeitsmarktpolitik. Die Anreize für Frühverrentungen, die sogenannte Rente mit 63, müssten eigentlich zeitgleich abgeschafft werden, forderte der Verband. Auch den geplanten Start zum 1. Januar 2026 bewertet der HDE angesichts der komplexen betrieblichen Umsetzung als zu früh.
Der Verband fordert außerdem die Einführung einer wöchentlichen statt einer täglichen Höchstarbeitszeit. Dies entspreche dem EU-Recht und dem Koalitionsvertrag. „Das EU-Recht sieht das längst so vor. Der deutsche Sonderweg bei der Arbeitszeit ist nicht rational. Die Beschäftigten selbst wollen diese Flexibilität“, betonte Haarke laut der Mitteilung. Ein Tarifvorbehalt sei dafür nicht nötig.
