Konjunkturbarometer sinkt Mittelstand verliert nach fünf Anstiegen an Zuversicht

Die Stimmung im deutschen Mittelstand hat sich im August verschlechtert. Der Geschäftsklimaindex fiel auf minus 13,1 Punkte. Großunternehmen zeigten sich hingegen optimistischer. Das zeigt das KfW-Ifo-Mittelstandsbarometer.

Freitag, 29. August 2025, 10:30 Uhr
Thomas Klaus
Eingetrübte Stimmung: Der Geschäftsklimaindex sank im August um 0,6 Zähler auf minus 13,1 Punkte. Bildquelle: Getty Images

Die Stimmung im deutschen Mittelstand verschlechterte sich im August erstmals nach fünf Anstiegen in Folge. Der Geschäftsklimaindex sank um 0,6 Zähler auf minus 13,1 Punkte, wie das KfW-Ifo-Mittelstandsbarometer zeigt. Es wird von der Kreditanstalt für Wiederaufbau und dem Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo erstellt.

Sowohl die Einschätzung der aktuellen Lage als auch die Zukunftserwartungen der kleinen und mittleren Unternehmen für die kommenden sechs Monate fielen leicht schlechter aus.

Verarbeitendes Gewerbe reagiert auf Zollvereinbarung mit USA

Besonders deutlich trübte sich die Stimmung im mittelständischen Dienstleistungssektor ein. Auch im Einzelhandel und im Verarbeitenden Gewerbe gab das Geschäftsklima leicht nach. Dagegen verbesserte sich die Laune im Bauhauptgewerbe und im Großhandel etwas.

Die Entwicklung im Verarbeitenden Gewerbe könnte die Wahrnehmung der kürzlich getroffenen Zollvereinbarung mit den USA widerspiegeln. Der leichte Stimmungsrückgang, verbunden mit einem deutlichen Rückgang der Exporterwartungen des Mittelstands, um 3,8 Zähler auf minus 13,8 Punkte deutet möglicherweise darauf hin, dass viele Unternehmen ein besseres Ergebnis erwartet hatten.

Im Gegensatz zum Mittelstand verbesserte sich das Geschäftsklima der Großunternehmen im August um 1,5 Zähler auf minus 18,1 Punkte. Während die Unternehmen ihre aktuelle Lage leicht schwächer einschätzten, stiegen die Geschäftserwartungen deutlich.

KfW-Ökonom erwartet Aufschwung

Im Gegensatz zum Mittelstand verbesserte sich das Geschäftsklima der Großunternehmen im August um 1,5 Zähler auf minus 18,1 Punkte. Während die Unternehmen ihre aktuelle Lage leicht schwächer einschätzten, stiegen die Geschäftserwartungen deutlich.

„Die Stimmung in den deutschen Unternehmen ist durchwachsen. Der US-Protektionismus legt den exportorientierten Unternehmen Steine in den Weg und auch die Binnenwirtschaft schwächelt noch“, erklärte Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW. Er prognostizierte jedoch eine verbesserte Lage: „Zum Jahresende hin und vor allem 2026 dürften die massiv steigenden Staatsausgaben das Wachstum in Deutschland antreiben und die Laune in den Unternehmen heben.“

Das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer basiert auf einer Auswertung der Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts durch KfW Research. Dabei unterteilen die Forscher die Ergebnisse nach Größenklassen der Unternehmen und Hauptwirtschaftsbereichen. Die Nulllinie des Index markiert den langjährigen Durchschnitt.

Anzeige

analytica 2026

analytica: die ganze Welt des Labors

Die Weltleitmesse für Labortechnik, Analytik, Biotechnologie und die analytica conference vom 24. bis 27. März 2026 in München.
Mehr erfahren

Neue Produkte

Regional-Star 2025 - Die Nominierten