Die Warenhauskette Galeria hat ein Jahr nach Ende des Insolvenzverfahrens eine gemischte Bilanz gezogen. 83 Filialen arbeiten nach Angaben des Unternehmens profitabel. Konkrete Zahlen zur wirtschaftlichen Entwicklung nannte Galeria allerdings nicht.
Ergebnisse liegen über den Erwartungen
Das ursprüngliche Ziel, den Umsatz im laufenden Geschäftsjahr auf knapp 2,5 Milliarden Euro zu steigern, hat das Unternehmen inzwischen nach hinten verlegt. Diese Marke solle nun in zwei bis fünf Jahren erreicht werden, teilte Galeria mit. Die Ergebnisse lägen über den Erwartungen und sollten noch deutlich steigen. Zu Berichten über deutliche Umsatz- und Gewinneinbrüche in den Monaten Mai und Juni äußerte sich das Unternehmen nicht.
Weitere Filialschließungen nicht geplant
Die Warenhauskette hatte Anfang 2024 zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz anmelden müssen. Ende Juli 2024 endete das Insolvenzverfahren. Seitdem gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz. Im Zuge des Verfahrens schloss das Unternehmen neun Warenhäuser. Weitere Filialschließungen seien derzeit nicht geplant, so das Unternehmen.
Experte Kortum hält Modernisierungstempo für zu langsam
Das Unternehmen treibt die Modernisierung seiner Warenhäuser voran. 20 Filialen hat Galeria seit dem vergangenen Sommer bereits umgebaut; vier weitere sollen 2025 folgen. Künftig will das Unternehmen jährlich fünf bis zehn Standorte modernisieren.
Doch der Handelsexperte Carsten Kortum von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Heilbronn hält dieses Tempo für zu langsam. „Der Investitionsstau wäre erst nach zehn Jahren aufgelöst, dann wären die ersten umgebauten Geschäfte aus 2024 schon fast wieder dran“, sagte er.
Neue Studie zu Warenhäusern macht Hoffnung
Galeria setzt verstärkt auf Kooperationen. Der Sportartikelhändler Decathlon und der Lebensmitteldiscounter Lidl sollen in einige Filialen einziehen. Mit Marken wie Snocks und Copenhagen Studios will das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr junge Kunden gewinnen. Eine Studie des Nürnberger Instituts für Marktentscheidungen vom Februar macht dem Unternehmen Hoffnung: 81 Prozent der Befragten zwischen 16 und 69 Jahren sehen Warenhäuser als wichtigen Teil der Innenstädte, fast jeder Zweite hält sie für unverzichtbar.
