KPMG-Studie Veganer gehen öfter einkaufen als Fleischesser

Veganer und Vegetarier besuchen Lebensmittelgeschäfte deutlich öfter als Menschen, die Fleisch essen. Das zeigt eine aktuelle Studie von KPMG und dem EHI Retail Institute. Bioläden profitieren besonders von der fleischlosen Kundschaft.

Montag, 23. Juni 2025, 12:14 Uhr
Manuel Glasfort
Wie oft jemand einkaufen geht, hängt auch mit seinen Ernährungsgewohnheiten zusammen. Bildquelle: Getty Images

Ob Allesesser, Vegetarier oder Veganer – alle kaufen Lebensmittel. Doch wie und wo die Verbraucher einkaufen, hängt wesentlich von unseren Ernährungsgewohnheiten ab. Das belegt das neue KPMG Consumer Barometer zum Einkaufsverhalten im Lebensmittelhandel.

Für die Studie wurden erstmals 2.000 Personen in Deutschland zur Korrelation ihrer Ernährungs- und Einkaufsgewohnheiten befragt. „Der deutsche Lebensmittelhandel bietet Herstellern und Händlern eine wertvolle Chance, das breite Spektrum an Konsummustern und Ernährungsstilen besser zu verstehen und darauf zu reagieren“, sagt Stephan Fetsch, EMA Head of Retail and Consumer Goods und Partner bei KPMG in Deutschland, laut Mitteilung. „Unterschiedliche Ernährungstypen kaufen unterschiedlich ein, geprägt vom Alltag, persönlichen Werten und dem Wunsch nach Bequemlichkeit“, ergänzt Studienautor Dr. Tobias Röding vom EHI. 

Veganer und Vegetarier mit höherer Einkaufsfrequenz

Wie sich jemand ernährt, hat auch Einfluss darauf, wie häufig die Person einkauft: Bei Omnivoren und Flexitariern liegt die durchschnittliche Einkaufsfrequenz bei 2,7 beziehungsweise 2,6 Besuchen pro Woche. Vegetarier gehen 3,1-mal pro Woche Lebensmittel einkaufen. Veganer bilden mit der höchsten Frequenz von 3,4 Einkäufen pro Woche die Spitze des Rankings. Im Vergleich zu Omnivoren besuchen Vegetarier den Lebensmitteleinzelhandel damit rund 15 Prozent häufiger, Veganer sogar etwa 25 Prozent häufiger.

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Geschlechtsspezifisch geprägtes Konsummuster

Mit 57,5 Prozent stellt die Gruppe der Omnivoren (Allesesser) den größten Anteil der befragten Konsumenten, wobei Männer mit 62,6 Prozent deutlich häufiger dazugehören als Frauen mit 52,3  Prozent. Flexitarier, die ihren Fleischkonsum bewusst reduzieren, machen 16,7 Prozent aus; unter Frauen ist ihr Anteil mit 19,2 Prozent höher als bei Männern mit 14,1 Prozent. Rund ein Viertel der Befragten ernährt sich primär oder vollständig pflanzlich, davon 8,5 Prozent vegetarisch und 3,8 Prozent vegan – auch hier jeweils mit höheren Anteilen bei Frauen. Insgesamt belegt die Studie, dass es geschlechtsspezifische Unterschiede im Konsum gibt: Männer neigen stärker zur fleischhaltigen Ernährung, während Frauen häufiger fleischreduzierte oder fleischfreie Ernährungsweisen wählen.

Supermarkt: Rückgrat des Lebensmittelhandels

Supermärkte sind die am häufigsten genutzte Einkaufsstätte und bilden damit das Rückgrat des stationären Lebensmittelhandels: 80,6 Prozent der Befragten aller unterschiedlichen Ernährungstypen kaufen dort häufig oder sehr häufig ein. Discounter folgen mit 79,2 Prozent gleich darauf. Auch bei Omnivoren, Flexitariern, Vegetariern und Veganern rangieren Supermärkte und Discounter mit ähnlich hohen Werten auf den ersten beiden Plätzen.

Rund ein Fünftel aller Befragten (20 Prozent) kauft „häufig bis sehr häufig“ in Bioläden ein, bei veganer Kundschaft sind es 48,4 Prozent und bei vegetarischer 36,2 Prozent. Märkte, Hof- und Bioläden sind mit durchschnittlich rund 17 Prozent bei Omnivoren hingegen weniger beliebt.

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