Die EU-Kommission hat gegen den Essenslieferdienst Delivery Hero eine Strafe von 223 Millionen Euro verhängt. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin habe ein illegales Kartell mit dem spanischen Lieferdienst Glovo gebildet, teilte die Kommission mit. Glovo muss eine Strafe von 106 Millionen Euro zahlen.
Die beiden Unternehmen haben nach Angaben der EU-Kommission wettbewerbswidrige Absprachen über Preise und Strategien getroffen. Zudem vereinbarten sie, keine Mitarbeiter voneinander abzuwerben und teilten Märkte örtlich untereinander auf. Die Absprachen erfolgten per Mail und Whatsapp. Die EU-Kommissionsvize Teresa Ribera betonte, es sei das erste Mal, dass die Kommission Geldbußen wegen solcher Mitarbeiter-Absprachen verhänge. „Dies trägt zu einem fairen Arbeitsmarkt bei“, zitierte die Kommission Ribera.
Die Kartellabsprachen fanden vor der Übernahme von Glovo durch Delivery Hero statt. Delivery Hero hatte ab Juli 2018 zunächst eine Minderheitsbeteiligung an Glovo gehalten und übernahm im Juli 2022 die alleinige Kontrolle über das Unternehmen. Beide Unternehmen bestreiten ihre Beteiligung an dem Kartell nicht, wie die EU-Kommission mitteilte.
Die verhängte Strafe liegt deutlich unter den Erwartungen. Delivery Hero hatte im vergangenen Jahr eine mögliche Strafe von mehr als 400 Millionen Euro angekündigt und dafür zunächst 186 Millionen Euro zurückgelegt. Die nun verhängte Gesamtstrafe von 329 Millionen Euro liegt nach Angaben von Delivery Hero rund 20 Prozent unter dem erwarteten Niveau. Die EU-Kommission habe anerkannt, dass das beanstandete Verhalten über einige Zeiträume hinweg von geringerer Intensität gewesen sei, teilte das Unternehmen mit.
