Das Institut der deutschen Wirtschaft warnt vor schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen für die EU, falls US-Präsident Donald Trump seine Drohung umsetzt und Strafzölle von 50 Prozent auf alle EU-Produkte erhebt. Nach einer Analyse des IW könnte dies die deutsche Wirtschaft bis Ende 2028 etwa 200 Milliarden Euro kosten.
Trump hatte zuletzt das Inkrafttreten der Zölle nach einem Telefonat mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf den 9. Juli verschoben. Bis dahin soll es weitere Gespräche geben.
Um 1,1 Prozent niedrigere Wirtschaftsleistung von 2025 bis 2028
Den Berechnungen des Instituts zufolge würde das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr um rund 0,1 Prozent niedriger ausfallen als ohne Zollerhöhung. In den Folgejahren könnten die Auswirkungen noch stärker spürbar sein. Im Durchschnitt der Jahre 2025 bis 2028 erwartet das IW eine um 1,1 Prozent niedrigere Wirtschaftsleistung.
Trump begründet seine geplante Maßnahme mit dem Vorwurf, die EU sei gegründet worden, um die USA zu „übervorteilen“. Das IW weist diese Behauptung zurück. „Tatsächlich gibt es für diese Behauptungen keine Grundlagen“, so das Institut. Die USA haben allerdings ein Handelsbilanzdefizit gegenüber Europa.
IW: USA würden sich selbst schaden
Die Ökonomen warnen zudem, dass die USA sich mit den Zöllen selbst schaden könnten. Als Beispiel nennt das IW den Import von Kränen. Im Jahr 2024 importierten die USA rund 95 Prozent dieser Fahrzeuge im Wert von etwa 850 Millionen US-Dollar aus Deutschland. Alternativen seien begrenzt, da Deutschland fast die Hälfte der weltweit exportierten Kräne liefere.
Sollte die EU mit entsprechenden Vergeltungszöllen reagieren, droht nach Einschätzung des IW sogar ein Schaden von 250 Milliarden Euro für die deutsche Wirtschaft bis 2028. Die Ankündigung Trumps verschärft den Handelsstreit zwischen den USA und der EU weiter.
