Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband kritisiert die von großen deutschen Discountern angekündigten Preissenkungen für Grundnahrungsmittel scharf. Die Preisreduzierungen von bis zu 35 Prozent stoßen bei den Landwirten in Westfalen-Lippe auf Unverständnis, so der Verband.
Beringmeier: Falsches Signal an die Verbraucher
Verbandspräsident Hubertus Beringmeier warnt, dass die geplanten Preissenkungen ein falsches Signal an die Verbraucher senden. „Die Produktion von hochwertigen, regional und nachhaltig erzeugten Lebensmitteln hat – unter Gesichtspunkten wie Tierwohl, Nachhaltigkeit und Umwelt-, Natur- und Klimaschutz – ihren Preis“, erklärte Beringmeier.
Der Verband betont, dass die Preissenkungen nicht zu Lasten der Erzeuger gehen dürfen. Stattdessen fordert er, über eine Absenkung der Marge im Lebensmitteleinzelhandel nachzudenken. Beringmeier appellierte an die Verantwortung des Handels: „Der hoch konzentrierte deutsche Lebensmitteleinzelhandel muss sich dieser Verantwortung stellen, damit positive Effekte der landwirtschaftlichen Produktion auch entsprechend honoriert werden.“
Landwirte befürchten langfristige Folgen
Die Landwirte sehen sich mit hohen Produktionskosten konfrontiert und befürchten: „Dem massiven Preisdruck des Lebensmitteleinzelhandels können die Betriebe sonst langfristig nicht standhalten.“
Der Landwirtschaftsverband argumentiert, dass die gesellschaftlich gewünschten Forderungen nach mehr Tierwohl und Maßnahmen zum Umwelt-, Natur- und Klimaschutz eine verlässliche Finanzierung benötigen. Die angekündigten Preissenkungen kämen daher zur Unzeit und gefährdeten diese Ziele, so der Verband.
