Die Nutzung gedruckter Werbeprospekte bleibt in Deutschland auf hohem Niveau. Fast alle Verbraucher (93 Prozent) lesen mindestens gelegentlich Print-Prospekte; 78 Prozent tun dies wöchentlich. Dies geht aus dem aktuellen Prospektmonitor des Marktforschungsunternehmens IFH Media Analytics hervor. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Nutzung damit nur leicht gesunken – 2024 lasen noch 95 Prozent der Verbraucher mindestens gelegentlich Print-Prospekte.
Online-Prospekte: Intensivnutzung steigt und maximaler Nutzerkreis stagniert
Auch Online-Prospekte gewinnen weiter an Bedeutung. Die Zahl der Intensivnutzer ist im Vergleich zum Vorjahr von 62 auf 66 Prozent gestiegen, wie IFH Media Analytics mitteilte. Der maximale Nutzerkreis stagniert allerdings auf hohem Niveau – 86 Prozent der Verbraucher nutzen Online-Prospekte zumindest gelegentlich, im Vorjahr waren es 87 Prozent.
Die größten Zuwächse verzeichnen dabei Anbieter-Apps mit einem Plus von 20 Prozent und Anbieter-Websites mit einem Plus von 10 Prozent. Die Nutzung von Social Media für Angebotskommunikation stagniert dagegen nahezu. 84 Prozent der Verbraucher nutzen sowohl Print- als auch Online-Prospekte.
Planung des Wocheneinkaufs gewinnt an Bedeutung
Die Verbraucher nutzen Prospekte vor allem, um Schnäppchen zu entdecken und beim Einkauf zu sparen. Bei Print-Prospekten gaben 64 Prozent der Nutzer an, diese zum Entdecken von Schnäppchen zu verwenden. Bei Online-Prospekten waren es 52 Prozent. Zudem planen inzwischen 47 Prozent der Verbraucher ihre Wocheneinkäufe anhand von Print-Prospekten – ein deutlicher Anstieg gegenüber 2016, als dieser Wert bei 26 Prozent lag.
Bei Online-Prospekten liegt der Wert mit 36 Prozent niedriger. „Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass gedruckte Prospekte trotz aller Digitaleuphorie nach wie vor ein fester Bestandteil im Alltag der Konsumentinnen und Konsumenten bleiben“, erklärte Andreas Riekötter, Geschäftsführer von IFH Media Analytics.
Verbraucher kritisieren Prospekt-Verzicht des Handels
Die Einstellung von Print-Prospekten durch einige Händler bewerten die Verbraucher kritisch. Von den betroffenen Verbrauchern sehen nur 26 Prozent die Abschaffung positiv. 62 Prozent gaben an, dass sie dadurch weniger Informationen von den entsprechenden Anbietern erhalten. 45 Prozent kaufen nach eigenen Angaben bei diesen Händlern nun weniger ein. Fast die Hälfte der Betroffenen lehnt alternative digitale Kanäle ab, weil sie deren Nutzung als zu kompliziert empfindet.
Die Wiedereinführung von Print-Prospekten durch einige Händler kommt bei den Verbrauchern gut an. 63 Prozent der Verbraucher, die eine solche Wiedereinführung erlebt haben, bewerten diese positiv. 47 Prozent gaben an, dass sich dadurch ihre Möglichkeiten verbessert haben, gute Angebote zu finden.
