Die Europäische Union sucht nach einem Ausweg aus dem drohenden Handelskonflikt mit den USA. EU-Handelskommissar Maros Sefcovic führte dazu in Washington rund vierstündige Gespräche mit US-Wirtschaftsminister Howard Lutnick, dem Handelsbeauftragten Jamieson Greer und dem Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, Kevin Hassett.
Sefcovic: Entschlossen und verhältnismäßig reagieren
„Wir suchen den konstruktiven Dialog, um unnötigen Schmerz durch Maßnahmen und Gegenmaßnahmen zu vermeiden“, sagte Sefcovic nach den Gesprächen. Die EU werde aber „entschlossen und verhältnismäßig reagieren“, falls die USA unfaire Einfuhrzölle verhängen sollten.
Trump hatte in der vergangenen Woche eine Anordnung unterschrieben, die höhere Zölle überall dort vorsieht, wo die USA derzeit niedrigere Zölle als ihre Handelspartner erheben. Dies soll laut einer Mitteilung des Weißen Hauses sowohl für strategische Konkurrenten wie China als auch für Verbündete wie die EU gelten. Die US-Behörden sollen nun zunächst die betroffenen Staaten identifizieren und dann länderspezifische Zölle festlegen.
Unterschiedliche Zölle im Autohandel zentraler Streitpunkt
Ein zentraler Streitpunkt sind die unterschiedlichen Zölle im Autohandel. Die EU erhebt auf US-Autos Zölle von 10 Prozent, während die USA nur 2,5 Prozent verlangen. Sefcovic verwies in den Gesprächen allerdings darauf, dass die USA bei Pickups und Nutzfahrzeugen deutlich höhere Zölle erheben als die EU.
Die USA nehmen neben den Zöllen auch andere Handelshemmnisse ins Visier, darunter Mehrwertsteuern und staatliche Subventionen. Bei der Mehrwertsteuer habe man den US-Vertretern erläutert, dass diese vom Endverbraucher und nicht von US-Unternehmen gezahlt werde, teilte Sefcovic mit. Fortschritte sieht er dagegen beim Thema Flüssiggas - die EU zeige Interesse an höheren Importen aus den USA.
