Geplanter Konzernumbau Baywa einigt sich mit Gläubigern auf Sanierungsplan

Der hoch verschuldete Münchner Mischkonzern Baywa hat sich mit seinen wichtigsten Gläubigerbanken und Hauptaktionären auf einen Sanierungsplan bis 2027 geeinigt. Dies teilt Baywa mit. Die Vereinbarung soll bis Ende April 2025 rechtsverbindlich abgeschlossen sein.

Montag, 30. Dezember 2024, 12:24 Uhr
Thomas Klaus
Baywa steckt in einer tiefen Krise, hat jetzt aber genauere Vorstellungen darüber, wie Sanierung und Konzernumbau gelingen könnten. Bildquelle: Baywa

Der verschuldete Mischkonzern Baywa hat einen Sanierungsplan bis 2027 vereinbart. Dieser beinhaltet eine Kapitalerhöhung und den Verkauf von Unternehmensbeteiligungen. Zudem plant Baywa einen erheblichen Stellenabbau in Deutschland.

Barkapitalerhöhung mit Bezugsrecht für die bisherigen Aktionäre

Ende des dritten Quartals 2024 schuldete der Konzern den Gläubigerbanken knapp 5,3 Milliarden Euro. Diese hohe Schuldenlast entstand durch eine rapide, kreditfinanzierte Expansion im vergangenen Jahrzehnt. In den ersten neun Monaten des Jahres 2024 verzeichnete Baywa einen Nettoverlust von fast 641 Millionen Euro.

Ein zentraler Bestandteil des Sanierungskonzepts ist eine Barkapitalerhöhung mit Bezugsrecht für die bisherigen Aktionäre. Sie soll dem Unternehmen 150 Millionen Euro einbringen. Die Details dazu will Baywa im ersten Quartal 2025 festlegen.

Baywa verkauft Anteile an Raiffeisen Ware Austria

Darüber hinaus plant der Konzern, sich von Unternehmensbeteiligungen zu trennen. Bis Ende März 2025 will Baywa seinen knapp 48-prozentigen Anteil an der Raiffeisen Ware Austria (RWA) für 176 Millionen Euro verkaufen. Den Vertrag dazu hat das Unternehmen bereits unterschrieben, aber die kartellrechtliche Genehmigung steht jedoch noch aus.

Auch die Mehrheitsbeteiligung an Baywa r.e., die Solar- und Windkraftanlagen plant und baut, könnte schrumpfen. Laut Baywa verhandeln die Gesellschafter über eine weitere Kapitalstärkungy, die zu einem Kontrollwechsel zu Gunsten von EIP“führen könnte.  EIP ist die Schweizer Investmentgesellschaft Energy Infrastructure Partners und bereits Minderheitsgesellschafterin von Baywa r.e. 

16 Prozent der Vollzeit-Arbeitsplätze werden gestrichen

Der Sanierungsplan sieht auch einen erheblichen Stellenabbau vor. Von den 8.000 Vollzeitstellen der Muttergesellschaft Baywa AG in Deutschland will das Unternehmen 1.300 streichen. Das entspricht 16 Prozent der Vollzeit-Arbeitsplätze. Weltweit beschäftigt der in 60 Ländern vertretene Konzern über 23.000 Menschen.

Baywa, der größte deutsche Agrarhändler, spielt eine wichtige Rolle für die Landwirtschaft und Lebensmittelversorgung im Süden und Osten Deutschlands. Das 101 Jahre alte Unternehmen arbeitet zudem in den Bereichen Bau und Energie als Dienstleister und Händler.

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