Die Gewerkschaft Verdi hatte für gestern zu einem ganztägigen bundesweiten Streik im Geld- und Werttransport aufgerufen. Der Aufruf hatte sich an rund 10.000 Beschäftigte der Branche gerichtet. Die Resonanz hielt sich jedoch anscheinend in Grenzen: Von Versorgungsengpässen war im Lebensmitteleinzelhandel keine Rede.
Der Streikaufruf war auf die vierte Verhandlungsrunde zwischen Verdi und der Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW) am 6. und 7. November erfolgt. Laut Verdi bewegten sich die Parteien in einigen Punkten aufeinander zu; jedoch bestehen weiterhin deutliche Differenzen bei zahlreichen Themen.
Arbeitgeber schreiben Offenen Brief an die Gewerkschaft
Hauptstreitpunkte sind der Zeitplan für die Einführung eines bundeseinheitlichen Niveaus bei Manteltarifthemen wie Urlaub und Überstundenzuschlägen sowie eine Einmalzahlung.
Die Arbeitgeber kündigten für den nächsten Verhandlungstermin am 14. November konkrete Vorschläge für die Themen Urlaubstage und Mehrarbeitszuschläge sowie Urlaubsgeld und Sonderzahlungen an.
Den neuerlichen Warnstreik hat die BDGW in einem Offenen Brief an die Tarifkommission der Gewerkschaft deutlich kritisiert. Die Rede ist von großer Verwunderung. Der Verband sieht einen großen Widerspruch zu den jüngsten Gesprächen, die er ebenfalls als konstruktiv wahrgenommen hat.
BDGW warnt vor dem Verprellen von Handels-Kunden
BDGW-Geschäftsführer Hans-Jörg Hisam warnt vor möglichen negativen Folgen von Streiks: „Die Kunden, besonders aus dem Handel, schwenken durch solche Streikaktionen relativ schnell auf die Nutzung bargeldloser elektronischer Zahlungsmittel durch die Verbraucher um.“ Er fügt hinzu: „Die Streikenden schaden sich und ihren Kollegen letztlich am meisten, indem sich die Geschäfts- und Tätigkeitsfelder zu Lasten von Beschäftigung weiter reduzieren werden.“ Hisam hatte vorherige Streikaufrufe als „Bärendienst“ der Gewerkschaft Verdi bezeichnet, der Beschäftigung und Geschäftstätigkeiten beeinträchtige.
