Bedrohte IT-Sicherheit Cyber-Versicherungsschäden steigen deutlich an

Die Kosten für große Cyber-Versicherungsschäden sind nach Angaben der Allianz-Versicherung im ersten Halbjahr um 17 Prozent gestiegen. Datenschutzverletzungen waren in zwei Dritteln der Fälle beteiligt. In Deutschland belaufen sich die durchschnittlichen Kosten für eine Datenpanne auf  4,8 Millionen Euro.

Mittwoch, 09. Oktober 2024, 11:02 Uhr
Manuel Glasfort (mit dpa)
Cybersicherheit ist angesichts zunehmender Schäden ein großes Thema für deutsche Unternehmen. Auch Lebensmittelhändler berichten über zunehmende Attacken. Bildquelle: Getty Images

Die Kosten für große Cyber-Versicherungsschäden steigen deutlich. Wie die Allianz-Versicherung mitteilt, wuchsen die Kosten im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent. In zwei Dritteln aller Fälle trugen Datenschutzverletzungen zu den Schäden bei.

In Deutschland erreichten die durchschnittlichen Kosten für eine Datenpanne 4,8 Millionen Euro beziehungsweise 5,3 Millionen Dollar, in den USA sogar 9,5 Millionen Dollar. Die Allianz führt diese Entwicklung unter anderem auf zahlreiche Sammelklagen in den Vereinigten Staaten zurück. Die zehn größten Sammelklagen wegen Datenschutzverletzungen summierten sich im vergangenen Jahr auf 516 Millionen Dollar (470 Millionen Euro).

Auch der Lebensmittelhandel ist betroffen

Auch die Lebensmittelbranche bleibt nicht verschont: Erst kürzlich berichtete die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) über eine starke Zunahme von Cyberattacken. Gerd Chrzanowski, Chef der Schwarz-Gruppe, erwartet einen Anstieg der Schäden durch Cyberangriffe in diesem Jahr um 30 Prozent.

Michael Daum von der Allianz erklärt im Hinblick auf Datenschutzverletzungen: „Unternehmen speichern zunehmend mehr solch sensibler Daten und tauschen diese über Unternehmensgrenzen hinweg aus, was es den Angreifern leichter macht, diese zu erbeuten.“ Gleichzeitig führten gesetzliche Vorschriften zu mehr Vorfällen wegen unrechtmäßiger Erhebung und Verarbeitung personenbezogener Daten. „Die Schäden aus diesen Ansprüchen haben sich in den letzten zwei Jahren verdreifacht“, fügt Daum hinzu.

KI bedeutet Chancen und Risiken zugleich

Die Allianz warnt: Die Kosten von Cyberattacken könnten sich vertausendfachen, wenn Unternehmen diese zu spät erkennen und eindämmen würden. Nach einem Anstieg der Cyber-Schadensfälle um 30 Prozent auf über 700 im vergangenen Jahr erwartet der Versicherer für dieses Jahr eine Stabilisierung.

Der Versicherungskonzern sieht auch Risiken durch den Einsatz künstlicher Intelligenz (KI). Fast jede Branche nutzt inzwischen KI. Das könne angesichts der enormen Datenmengen zu Datenschutz-, Fehlinformations- und Sicherheitsrisiken führen. Andererseits könne  KI auch zu einer höheren Cybersicherheit beitragen, indem sie Sicherheitslücken schnell erkenne und betroffene Systeme automatisch isoliere. 

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