Studie Online-Lebensmittelhandel immer beliebter

Wie eine Studie der Dualen Hochschule Heilbronn ermittelte, gewinnt der Onlinehandel mit Lebensmitteln weiter an Relevanz. Die pandemische Lage und neue Player am Markt verschaffen dem Trend Aufwind.

Dienstag, 21. Dezember 2021 - Handel
Lebensmittel Praxis
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Bildquelle: Coop AB

Zwar halten etablierte Lebensmitteleinzelhändler immer noch 98 Prozent der Marktanteile. Jedoch zeigt eine mit der Studie verbundene Umfrage, dass der E-Food-Markt den Konsumenten bereits ein fester Begriff ist. Unter den Online-Lebensmittelanbietern und Food-Lieferdiensten sind den Umfrageteilnehmern Rewe, Hellofresh, Amazon fresh, Gorillas und Flink am vertrautesten.

Die coronabedingten Einschränkungen verleihen dem Online-Lebensmitteleinkauf weitere Akzeptanz und überlagern Bedenken gegenüber der Qualität von online bestellter Frischware wie Obst und Gemüse, so die Erheber der Studie. Jedoch müssten die zusätzlich entstehenden Kosten der Liefersysteme irgendwann wieder eingefangen werden: entweder durch Effizienzverbesserungen oder durch steigende Kosten für Kunden. Da für letzteres nicht nur Akzeptanz erwartet werden könne, ergebe es für etablierte Händler nur Sinn, mehr Kunden in das Multi-Channel-System zu ziehen, um es rentabel zu gestalten.

„E-Food boomt und wird sich als eine Betriebsform im LEH etablieren“, sagt Prof. Dr. Stephan Rüschen voraus, Professor für Lebensmittelhandel an der DHBW. Fast wöchentlich erweitere sich das Angebot, und damit auch der Wettbewerb. Die unternehmerische Herausforderung sei es nun, die neuen Geschäftsmodelle profitablel zu gestalten. Es sei von weiteren Kooperationen zwischen innovativen E-Food-Start-ups und wettbewerbsstarken, etablierten Händlern auszugehen, ähnlich wie Edeka und Picnic oder Rewe und Flink.

„Zum anderen müssen die überwiegend noch regionalen Ansätze skaliert werden“, so Rüschen. „ Es muss das weiter steigende Umsatzpotential erschlossen werden, um eine erfolgskritische Umsatzgröße erreichen zu können. Expansion ist daher ein wichtiger Erfolgsfaktor.“

Auf lange Sicht werde es jedoch zu einer Marktbereinigung kommen. Rüschen schätzt: „Es werden in jeder Sub-Betriebsform nur sehr wenige Unternehmen überleben können. Es wird sich zeigen, wer die profitable Mischung aus Sortimentstiefe, Service und Schnelligkeit der Belieferung finden wird. Ein Selbstläufer wird es nicht, aber Nachfrage generiert sich ein profitables Angebotsmodell. Das nennt sich ‚die unsichtbare Hand des Marktes‘.“

 

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