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EHI-Studie Handelsgastronomie bleibt gefragt

Lebensmittel Praxis | 08. September 2020

Bildquelle: MartinKaemper.de

Die Handelsgastronomie professionalisiert sich zunehmend und arbeitet verstärkt an Prozessen, Abläufen und einem attraktiven Produktportfolio verbunden mit größerer Kundenorientierung. Auch in der Pandemie schätzten die Kunden dieses Angebot: Dies ist ein Ergebnis der aktuellen EHI-Studie, die Handelsforscher Olaf Hohmann (Foto) vorstellte.

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Olaf Hohmann zieht ein positives Fazit für die Handelsgastronomie: „Wir beobachten einen deutlichen Trend zur Qualitätssteigerung im Hinblick auf die Speisen und Getränke sowie Ausstattung und Ambiente.“ Nach der aktuellen Erhebung des EHI erwirtschaftet der deutsche Einzelhandel 2019 einen Jahresumsatz von rund 10 Milliarden Euro an mehr als 35.000 Verkaufsstellen mit seinen Versorgungskonzepten in Vorkassenzonen, mit To-go-Convenience und mit gastronomischen Angeboten auf der Fläche. Das entspricht einer Steigerung von rund vier Prozent jährlich gegenüber 2017.

Für den Erwerb von Getränken und verzehrfertig zubereiteten Speisen an diesen Verkaufsstellen beträgt der Durchschnittsbon in 80 Prozent aller Fälle bis zu 6 Euro, 20 Prozent der Kunden geben teilweise deutlich mehr als 6 Euro für die gastronomischen Angebote im Handel aus. Jede/r zweite Kunde der Handelsgastronomie kauft bei der Gelegenheit auch andere Artikel im Handel vor Ort ein.

Ihre Kernkompetenzen und Erfolgsfaktoren sehen die gastronomischen Angebote der Handelsunternehmen in der Kundennähe, der schnellen Verfügbarkeit des Speisenangebots, der schnellen Bezahlung und einem angemessenen Preis-Leistungsverhältnis. Für den Erfolg wichtig sind ihrer Ansicht nach auch Authentizität, Atmosphäre, freundliches Personal, guter Service, frische und qualitativ hochwertige Zutaten. Zunehmend wünschen sich die Kunden nach Angaben der Händler beim Speisenangebot auch einen Fokus auf die Themen Nachhaltigkeit, Regionalität und Herkunft der Zutaten.


Von der Corona-Krise war die Handelsgastronomie laut EHI weniger stark betroffen als die klassische Gastronomie. Im ersten Halbjahr 2020 hatte die Handelsgastronomie mit einem Minus zwischen 20 und 30 Prozent vergleichsweise geringe Umsatzeinbußen. Die gastronomischen Angebote im Nonfood-Handel waren dabei stärker betroffen als die des Lebensmitteleinzelhandels.

In der aktuellen Pandemie-Situation kommt für die Handelsgastronomie positiv hinzu, dass die Kunden das One-Stop-Shopping schätzen, heißt es aus Köln: „Beim Einkauf ermöglichen es die handelsgastronomischen Angebote, schnell und preiswert zu speisen oder gleich auf To-go-Angebote zurückzugreifen und so den Unbequemlichkeiten der Kontaktbeschränkungen zu entgehen“, so Hohmann.