Die deutsche Zigarrenindustrie warnt vor drastischen Preiserhöhungen bei Zigarren und Zigarillos. Grund sind Steuerpläne der Koalitionsfraktionen im Bundestag, die ab Januar 2027 zu Preissteigerungen von 50 bis 60 Prozent führen könnten. Das erklärte Bodo Mehrlein, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Zigarrenindustrie, auf der Fachmesse Intertabac in Dortmund.
2026 Umsatzrückgang von bis zu sieben Prozent befürchtet
„Es wäre eine Steuer-Explosion, wodurch die Preise um 50 bis 60 Prozent steigen würden“, sagte Mehrlein. Eine Zigarre, die heute zehn Euro koste, könnte dann 16 Euro kosten. Der Verbandsgeschäftsführer befürchtet, dass viele Verbraucher bei solchen Preisen auf den Kauf verzichten würden.
Die Branche kämpft den Angaben zufolge bereits jetzt mit sinkender Nachfrage. Mehrlein rechnet für das laufende Jahr mit einem Umsatzrückgang von 6 bis 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Als Ursache nannte er die schwache Wirtschaftslage sowie gestiegene Alltagskosten, etwa für Sprit. „Irgendwo spart man dann - und das ist dann eben auch mal die Packung Zigarillos oder die gute Zigarre, die nicht gekauft wird“, so Mehrlein.
Sieben Hersteller und 1.640 Beschäftigte bangen um ihre Zukunft
In Deutschland stellen nach Verbandsangaben sieben Firmen Zigarren her, vier davon in Bünde und eine in Minden-Lübbecke in Nordrhein-Westfalen. Hinzu kommen 15 Importeure. Insgesamt beschäftigt die Branche demnach 1.640 Menschen. Pro Jahr verkaufen die Unternehmen in Deutschland rund zwei Milliarden Zigarillos und Zigarren. Den Tabak beziehen die heimischen Hersteller größtenteils aus Lateinamerika und Indonesien.
Mehrlein warnte vor einem Verlust von Arbeitsplätzen, sollte die Koalition ihre Pläne nicht deutlich abschwächen. Auch die rund 500 Fachgeschäfte für Zigarren und Zigarillos in Deutschland sieht der Verband in Gefahr. „Irgendwann ist preislich der Kipp-Punkt erreicht: Die Ware wird so teuer, dass die Nachfrage rapide einbricht und unsere Branche nach unten gerissen wird“, sagte Mehrlein.