Nutzer von E-Zigaretten in Deutschland müssen sich auf steigende Preise einstellen. Die Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD wollen die Tabaksteuer auf sogenannte Liquids stärker anheben als von der Bundesregierung vorgeschlagen, wie aus einer Mitteilung des Branchenverbands Bündnis für Tabakfreien Genuss hervorgeht. Während das Bundesfinanzministerium eine Erhöhung um einen Cent auf 33 Cent pro Milliliter zum Januar 2027 vorschlug, streben die Koalitionsfraktionen einen Aufschlag um drei Cent auf 35 Cent an.
Erst Anfang 2026 war die Tabaksteuer auf Liquids um sechs Cent auf 32 Cent pro Milliliter gestiegen. Laut dem Verband hat der damit verbundene Preisanstieg den Schwarzmarktanteil von geschätzt 40 auf 50 Prozent wachsen lassen. Der Verbandsvorsitzende Dustin Dahlmann warnte in der Mitteilung: „Dieser Trend dürfte sich fortsetzen, wenn erneut stark an der Steuerschraube gedreht wird.“
Konkret könnte ein typisches 10-Milliliter-Fläschchen, das im Handel derzeit rund 12 Euro kostet, den Angaben des Verbands zufolge steuerbedingt um 36 Cent teurer werden – ein Preisanstieg von etwa drei Prozent. Auf den Steueraufschlag fällt zusätzlich Mehrwertsteuer an, was den Effekt verstärkt.
Dahlmann erwartet weniger Steuereinnahmen als vom Bund kalkuliert
Dahlmann rechnet zudem damit, dass die tatsächlichen Steuereinnahmen hinter den Erwartungen des Bundes zurückbleiben werden. „Das war schon 2022 bei der Novelle des Tabaksteuergesetzes so: Damals ging das Bundesfinanzministerium von 520 Millionen Euro Tabaksteuereinnahmen durch den Verkauf von E-Zigaretten im Jahr 2025 aus, tatsächlich wurden es nur 403 Millionen Euro“, sagte er laut der Mitteilung. Der Konsum sei zwar gestiegen, aber der Schwarzmarkt ebenso. „Diesen Fehler droht der Bund nun zu wiederholen.“
Rund 3 Prozent der Ab-14-Jährigen in Deutschland nutzen einer Studie der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität zufolge E‑Zigaretten. Dass beim Dampfen weniger Schadstoffe freigesetzt werden als beim Rauchen herkömmlicher Zigaretten, gilt als unstrittig. Krebsforscher und Mediziner warnen allerdings vor den möglichen Gesundheitsrisiken, da Langzeitstudien fehlen. Zudem mache das in den meisten E-Zigaretten enthaltene Nikotin abhängig. Dass Vaping besonders unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen verbreitet ist, beobachtet auch die Politik mit Sorge.