Ernährungsindustrie Forschungskreis kritisiert Mittelkürzungen des Bundes

Der Vorstandsvorsitzende des Forschungskreises der Ernährungsindustrie (FEI), Götz Kröner (Foto), warnt vor Mittelkürzungen, die das Bundeswirtschaftsministerium plant. Auf der FEI-Jahrestagung hob er hervor, wie bedeutsam der Wissenstransfer für die Innovationskraft der deutschen Lebensmittelwirtschaft sei.

Mittwoch, 16. September 2026, 10:31 Uhr
Thomas Klaus
Forschungsförderung als Basis für Wissenstransfer: Mittelkürzungen passen nach Ansicht von Götz Kröner nicht in das Bild. Bildquelle: Forschungskreis der Ernährungsindustrie

„Forschung allein genügt nicht. Das neue Wissen muss auch ankommen. Und es muss schnell ankommen.“ Mit diesem Appell unterstrich der FEI-Vorstandsvorsitzende Götz Kröner auf der FEI-Jahrestagung in Stuttgart-Hohenheim die Bedeutung des Wissenstransfers für die Innovationskraft der deutschen Lebensmittelwirtschaft. In diesem Zusammenhang kritisierte er, dass das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die Mittel für die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) um 11,5 Millionen Euro auf 167 Millionen Euro kürzen wolle. Das ergibt sich Kröner zufolge aus dem Haushaltsentwurf für 2027. 

Sehr breit aufgestelltes Transfernetzwerk

Die IGF  bindet Unternehmen von Beginn an in den Forschungsprozess ein, erläuterte Kröner: „Industrievertreter bringen ihre Praxiserfahrung und Forschungsbedarfe in die Projekte ein und tragen das neu generierte Know-how zurück in ihre Betriebe. Gerade für die überwiegend kleinen und mittleren Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft schafft die IGF damit einen direkten Zugang zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen.“

Wie breit dieses Transfernetzwerk aufgestellt ist, zeigt die Förderbilanz des FEI für 2025: Insgesamt koordinierte der FEI 109 IGF-Projekte mit einem Gesamtfördervolumen von 45,04 Millionen Euro. In den projektbegleitenden Ausschüssen engagierten sich 1.025 Unternehmen aus mehr als 20 Wirtschaftsbranchen, darunter 633 kleine und mittelständische Unternehmen. Damit war rechnerisch etwa jedes sechste der rund 6.000 Unternehmen der deutschen Lebensmittelindustrie in die Projektbegleitung eingebunden. Weitere 49 projektbeteiligte Wirtschaftsverbände unterstützten als Multiplikatoren den Transfer der Forschungsergebnisse in die industrielle Praxis.

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