Lebensmittelkonzern Kraft Heinz stellt europäische Werke auf Ökostrom um

Kraft Heinz bezieht in seinen acht europäischen Werken nun vollständig Strom aus erneuerbaren Energien. Die Standorte produzieren jährlich rund 840.000 Tonnen Saucen, Gewürze und Konserven. Zudem setzt das Unternehmen auf Bio-LNG-Lastwagen und Wärmepumpen.

Dienstag, 30. Juni 2026, 12:10 Uhr
Manuel Glasfort
Für die Produktion von Ketchup und anderen Produkten nutzt Kraft Heinz in Europa nach eigenen Angaben nur noch Strom aus erneuerbaren Quellen. Bildquelle: Kraft Heinz

Der Lebensmittelkonzern Kraft Heinz bezieht nach eigenen Angaben in seinen acht europäischen Werken nun zu 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien. Das Unternehmen teilte mit, diesen Meilenstein vier Jahre nach der ersten Investition in Windenergie erreicht zu haben.

Die Werke produzieren rund 840.000 Tonnen Saucen, Gewürze und Konserven für Marken wie Heinz, Orlando, Honig, Lea & Perrins, Bénédicta und Pudliszki. Sie befinden sich im Vereinigten Königreich, in den Niederlanden, Frankreich, Polen und Spanien. Den Angaben zufolge trieben mehrere Initiativen den Umstieg voran, darunter ein virtueller Stromabnahmevertrag über zwölf Jahre mit dem Multi-Energie-Unternehmen Repsol aus Madrid.

Kraft Heinz investiert laut der Mitteilung europaweit in verschiedene Projekte zur Dekarbonisierung. Das Unternehmen nahm zehn neue Lastwagen in die Flotte auf, die mit Bio-LNG betrieben werden und rund 90 Prozent weniger CO₂-Emissionen verursachen sollen als herkömmliche Fahrzeuge. In Frankreich senkte die Umstellung auf Rapsöl die Emissionen im Transport den Angaben zufolge um 60 Prozent. Zudem baut Kraft Heinz die Solarstromerzeugung durch neue Anlagen an Produktions- und Lagerstandorten in den Niederlanden und im Vereinigten Königreich aus.

Kraft Heinz setzt auf Wärmepumpen und Solaranlagen

Wärmepumpen im Werk Kitt Green in Großbritannien reduzierten nach Angaben des Unternehmens den Erdgasverbrauch zur Wassererwärmung um 15 Prozent. Ähnliche Anlagen installierte Kraft Heinz auch in Elst und Utrecht. Der erste europäische Stromabnahmevertrag aus dem Jahr 2021 soll genügend erneuerbaren Strom erzeugen, um jährlich rund 25.000 durchschnittliche Haushalte in der Europäischen Union zu versorgen. Gemeinsam mit Eneco untersucht das Unternehmen zudem die Elektrifizierung des Wärmebedarfs im Ketchup-Werk in Elst.

„Ein 100 Prozent erneuerbarer Stromverbrauch in Europa zeigt die Investitionen von Kraft Heinz in seine europäischen Standorte“, zitierte das Unternehmen Michiel de Jonge, Vice President European Operations, in der Mitteilung. Kraft Heinz erzielte im Jahr 2025 einen Nettoumsatz von etwa 25 Milliarden US-Dollar.

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