Schokoladenproduzent Barry Callebaut kehrt zu Absatzwachstum zurück

Der Schokoladenhersteller Barry Callebaut hat seinen Absatz im zurückliegenden Quartal um 5,7 Prozent gesteigert. Das ist das erste Plus seit über zwei Jahren. Gleichzeitig sinkt der Umsatz wegen gefallener Kakaopreise deutlich.

Donnerstag, 09. Juli 2026, 13:06 Uhr
Manuel Glasfort
Der Schweizer Schokoladenhersteller Barry Callebaut muss sich in einem Markt zurechtfinden, der von einer starken Kakaopreisrally und einem anschließenden Preisverfall durchgewirbelt wurde. Bildquelle: Getty Images

Der Schweizer Schokoladenhersteller Barry Callebaut ist im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2025/26 erstmals seit über zwei Jahren wieder zu einem Volumenwachstum zurückgekehrt. Der Absatz stieg in den drei Monaten bis Ende Mai um 5,7 Prozent, wie das Unternehmen mitteilte. In den ersten neun Monaten des am 1. September begonnenen Geschäftsjahres 2025/26 sank das Volumen allerdings noch um 2,8 Prozent auf 1,56 Millionen Tonnen.

Globaler Schokoladenmarkt bleibt schwierig

Der Umsatz ging in den ersten neun Monaten um 9,5 Prozent in lokalen Währungen zurück und erreichte 9,56 Milliarden Schweizer Franken. Dies führt das Unternehmen auf niedrigere Preise für Kakaobohnen zurück. Im dritten Quartal allein sank der Umsatz sogar um 21,0 Prozent in lokalen Währungen, da die Preise für Kakaobohnen deutlich gefallen waren.

Der globale Schokoladenmarkt bleibt nach Angaben von Barry Callebaut schwierig. Laut Nielsen-Daten ging der Markt im dritten Quartal um 4,4 Prozent zurück. Barry Callebaut fungiert in erster Linie als Zulieferer von großen Nahrungsmittel- und Süßwarenherstellern. Die an Industriekunden ausgelieferte Menge sank in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres um 2,3 Prozent auf rund 1,05 Millionen Tonnen.

Barry Callebaut startet Aktionsprogramm Focus for Growth

Barry Callebaut startete im Juni ein Aktionsprogramm namens Focus for Growth, um die Grundlagen des Unternehmens zu stärken. „Wir sind ermutigt durch die Rückkehr zu positivem Volumenwachstum im dritten Quartal, was teilweise frühe Anzeichen einer Stabilisierung der Grundlagen und Servicelevels in Nordamerika widerspiegelt“, äußerte Konzernchef Hein Schumacher. Gleichzeitig bleibe der Schokoladenmarkt herausfordernd und die Verbesserung werde schrittweise erfolgen.

Im Juni schloss Barry Callebaut zudem einen Rückkauf von Anleihen im Volumen von 849 Millionen Euro ab. Dies soll die Verschuldung des Konzerns weiter reduzieren und die Finanzierungskosten senken. Die Transaktion verursacht im laufenden Geschäftsjahr einmalige Kosten von rund 15 Millionen Schweizer Franken. Für das Gesamtjahr 2025/26 erwartet das Unternehmen einen Volumenrückgang von rund einem Prozent und einen Rückgang des wiederkehrenden Betriebsergebnisses im mittleren zweistelligen Prozentbereich.

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