Die Erzeugergenossenschaft Pfalzmarkt hat für das Jahr 2025 einen Umsatzrückgang verzeichnet. Der Umsatz der Pfalzmarkt-Gruppe sank auf 300 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Im Vorjahr hatte der Umsatz noch 322 Millionen Euro betragen. Die vermarktete Menge blieb mit 230.000 Tonnen Obst und Gemüse konstant.
Scharfe Kritik an der Politik
Als Grund für den Umsatzrückgang nannte das Unternehmen unbefriedigende Erzeugerpreise. „Während unsere Genossenschaft mit 100 Frischeprodukten über die Saison und beispielsweise dem Dienstleitungsgeschäft breiter aufgestellt ist, war die Jahresbilanz vieler Erzeugerbetriebe desaströs“, sagte Vorstand Hans-Jörg Friedrich. Extreme Kostensteigerungen beim Mindestlohn und den Betriebsmitteln hätten bei konstanten Erzeugerpreisen zu Betriebsverlusten geführt.
Die Zahl der Beschäftigten stieg den Angaben zufolge von 205 auf 230. Die Anzahl der Erzeuger sank hingegen von 90 auf 80.
Das Unternehmen kritisierte die Politik scharf. „Die Politik entzieht uns und unseren Mitgliedsbetrieben seit Jahren Kapital, das wir für die Landwirtschaft 4.0 benötigen“, so Friedrich. Besonders die Anhebung des Mindestlohns zum 1. Januar 2026 von 12,82 Euro auf 13,90 Euro belaste die Betriebe. Der Aufsichtsratsvorsitzende Christian Deyerling fragte: „Welche Branche verkraftet Lohnsteigerungen von rund 50 Prozent in fünf Jahren?“
Pfalzmarkt will in Batteriespeicher-Lösung investieren
Das Unternehmen forderte von der Politik Unterstützung für den heimischen Obst- und Gemüseanbau. Ohne schnelles Handeln werde Deutschland bei Obst und Gemüse genauso abhängig von Importen wie bei Öl und Gas, warnte Deyerling.
Pfalzmarkt will nach eigenen Angaben im laufenden Jahr rund 2,5 Millionen Euro in eine Batteriespeicher-Lösung investieren. Diese soll den Sonnenstrom der 15.000 Quadratmeter großen Photovoltaik-Anlage effizienter nutzbar machen.
Die Genossenschaft mit Sitz in Mutterstadt vermarktet Obst und Gemüse aus der Pfalz. Das Unternehmen beliefert bundesweit Großmärkte und den Lebensmitteleinzelhandel. Im vergangenen Jahr nahm Pfalzmarkt den ersten Erzeugerbetrieb aus Portugal als Mitglied auf, um Kunden auch über die Wintermonate beliefern zu können.