Henkell Freixenet hat im Geschäftsjahr 2025 einen Nettoumsatz von 1,25 Milliarden Euro erzielt. Das entspricht einem Zuwachs von 0,5 Prozent, wie die Sekt-, Wein- und Spirituosensparte der Oetker-Gruppe mitteilte. Der nach eigenen Angaben weltweit größte Schaumweinhersteller konnte damit in einem insgesamt rückläufigen Gesamtmarkt für Schaumwein und Wein leicht zulegen. Bei seinem Gewinn hält sich das Unternehmen traditionell bedeckt – man habe aber 2025 wieder schwarze Zahlen geschrieben.
Nicht alle Marken des Unternehmens entwickelten sich gleich. Die Kernmarke Freixenet verzeichnete auf Gesamtmarkenebene einen Umsatzrückgang von 4 Prozent. Henkell Freixenet führt dies vor allem auf Probleme im Cava-Geschäft zurück: Dürren der vergangenen Jahre in der spanischen Anbauregion Penedès hätten die Produktion erheblich belastet, schwache oder teils ausgebliebene Ernten den Druck auf Verfügbarkeit, Kosten und Preise erhöht. Hinzu kämen Auswirkungen der US-Zollpolitik auf das Cava-Geschäft. Die Niederschlagssituation habe sich zuletzt zwar verbessert, die Ernte 2026 dürfte laut dem Unternehmen aber weiterhin unter dem langjährigen Durchschnitt liegen.
Besser lief es den Angaben zufolge bei Prosecco und Crémant. Die Prosecco-Marke Mionetto steigerte ihren Umsatz um 3 Prozent und wuchs damit stärker als der Gesamtmarkt, der um 2 Prozent zulegte. Die Crémant-Marke Gratien Meyer erzielte sogar ein Umsatzplus von 14 Prozent – bei einem weltweiten Wachstum der Crémant-Kategorie von 7,5 Prozent. Auch das alkoholfreie Portfolio mit Produkten wie Mionetto 0,0 Prozent und Freixenet 0,0 Prozent wuchs laut der Mitteilung zweistellig um 18 Prozent. „Die Entwicklung alkoholfreier Produkte wird für das Unternehmen in Zukunft neben dem Kerngeschäft mit alkoholischen Produkten eine wichtige Rolle spielen“, sagte Unternehmenschef Andreas Brokemper laut der Mitteilung.
Henkell Freixenet übernimmt Vertrieb der US-Marke Korbel
Seit Juli 2025 verantwortet Henkell Freixenet nach eigenen Angaben den weltweiten Vertrieb und die Distribution der US-Schaumweinmarke Korbel. Die Partnerschaft soll die Position des Unternehmens auf dem US-Markt stärken, den Brokemper als zweitgrößten Schaumweinmarkt nach Deutschland bezeichnete. Zugleich rechne das Unternehmen dort wegen der Zollpolitik und daraus resultierender Preisanstiege mit einem gedämpften Konsum. Darüber hinaus eröffnete Henkell Freixenet 2025 drei neue Landesgesellschaften in Argentinien, Kroatien und Irland. Regional entfallen laut dem Unternehmen 32 Prozent des Umsatzes auf Westeuropa, 27 Prozent auf die Region Deutschland, Österreich und Schweiz, 21 Prozent auf Amerika und 18 Prozent auf Osteuropa.
Für das laufende Geschäftsjahr 2026 erwartet Henkell Freixenet nach eigenen Angaben weiterhin ein anspruchsvolles Umfeld. „Auch dieses Jahr wird anspruchsvoll, das zeigen bereits die Entwicklungen der ersten Monate des Jahres“, sagte Brokemper laut der Mitteilung. Das Unternehmen setzt demnach auf Wachstumskategorien wie Prosecco, Crémant und alkoholfreie Produkte sowie auf neue Produkteinführungen.