Schokoladenhersteller Reber verlagert Produktion von Rüdesheim nach Bad Reichenhall

Der Schokoladenhersteller Reber schließt seinen Standort in Rüdesheim am Rhein. Grund: Eine Modernisierung sei zu aufwendig.  Zugleich baut das Unternehmen am Stammsitz in Bad Reichenhall für 15 Millionen Euro eine neue Pralinenanlage.

Freitag, 30. Januar 2026, 10:23 Uhr
Manuel Glasfort
Der traditionsreiche Schokoladenhersteller Reber produziert unter anderem Mozartkugeln (Symbolbild). Bildquelle: Getty Images

Der Schokoladenhersteller Reber schließt seinen Standort in Rüdesheim am Rhein und verlagert die Produktion nach Bad Reichenhall. Das Unternehmen investiert nach eigenen Angaben 15 Millionen Euro in eine neue Pralinenanlage am bayerischen Standort. Die Schließung des Standorts in Rüdesheim soll zum 31. Januar 2027 erfolgen.

16 Mitarbeiter von Schließung betroffen

Die Produktionsanlagen in Rüdesheim müssten umfassend modernisiert werden, was dort wirtschaftlich nicht vertretbar sei, erläuterte  das Unternehmen. Zudem beeinträchtigten steigende Anforderungen an Instandhaltung, Brandschutz und Zertifizierungen die wirtschaftliche Fortführung des Standorts. Der Standort in Bad Reichenhall erfülle bessere Voraussetzungen für den Betrieb moderner Anlagentechnologie, hieß es.

„Wir schaffen mit dieser Investition die Voraussetzungen, neue Pralinenideen unter der Marke Reber sowie die bekannten Produkte der Rüdesheimer Confiserie in bewährter Confiserie-Qualität auch in Zukunft wettbewerbsfähig unseren Verbrauchern anzubieten“, so Geschäftsführer Bernhard Pfaff in der Mitteilung.

Von der Schließung sind 16 festangestellte Mitarbeiter betroffen. Das Unternehmen kündigte an, es wolle in den kommenden Wochen Gespräche mit dem Betriebsrat und den Beschäftigten führen sowie sozialverträgliche Lösungen finden. Interessierte Mitarbeiter könnten sich bei fachlicher Eignung um einen Arbeitsplatz in Bad Reichenhall bewerben.

Reber setzt auf erneuerbare Energien

Reber hatte bereits 2021 in eine neue Mozartkugelanlage in Bad Reichenhall investiert. In den Jahren 2021 und 2022 folgten weitere Investitionen in eine Lagerhalle und eine Photovoltaik-Anlage. Mit der Photovoltaik-Anlage habe das Unternehmen in den vergangenen 18 Monaten mehr als 500 Tonnen CO₂-Emissionen reduziert, berichtete Reber. Am Standort Bad Reichenhall verzichtet das Unternehmen nach eigener Darstellung auf fossile Brennstoffe zur Energieversorgung.

Das Familienunternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben derzeit 250 Mitarbeiter an zwei Standorten in Deutschland. Reber produziert Mozartkugeln, Confiserie-Pasteten und Pralinen, die in Deutschland und 40 weiteren Märkten verkauft werden. Das Unternehmen wurde 1865 gegründet und befindet sich in der fünften Generation in Familienbesitz.

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