IW-Untersuchung Ausländische Direktinvestitionen legen stark zu

Zum ersten Mal seit Langem fließt mehr Kapital nach Deutschland als von hier ins Ausland ab. Ausländische Unternehmen investierten 2025 rund 96 Milliarden Euro – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr mit 43 Milliarden Euro. Experten des Institutes der deutschen Wirtschaft (IW) sehen Rechtssicherheit als neuen Standortvorteil.

Montag, 26. Januar 2026, 11:09 Uhr
Manuel Glasfort
Die Exportnation Deutschland hat zuletzt von steigenden ausländischen Direktinvestitionen profitiert. Bildquelle: Getty Images

Ausländische Unternehmen haben im Jahr 2025 deutlich mehr Kapital in Deutschland investiert als deutsche Unternehmen im Ausland anlegten. Nach einer Schätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft auf Basis von Bundesbank-Zahlen überstiegen die Direktinvestitionen ausländischer Unternehmen die Abflüsse um rund zehn Milliarden Euro. Abgesehen von der Sondersituation des ersten Corona-Jahres ist es das erste Mal seit 2003, dass Deutschland einen Netto-Zufluss verzeichnet.

Ausländische Unternehmen investierten im Jahr 2025 hochgerechnet 96 Milliarden Euro in Deutschland. Das entspricht mehr als einer Verdopplung gegenüber den 43 Milliarden Euro des Vorjahrs, wie das Institut der deutschen Wirtschaft errechnete. Deutsche Unternehmen investierten im gleichen Zeitraum rund 86 Milliarden Euro im Ausland – ein leicht unterdurchschnittlicher Wert, der wohl auch auf die heimische Wirtschaftsschwäche zurückzuführen ist. Im Schnitt lagen die deutschen Auslandsinvestitionen seit der Jahrtausendwende bei rund 95 Milliarden Euro.

Grafik Direktinvestitionen

Im Schnitt der Jahre 2000 bis 2024 flossen netto rund 25 Milliarden Euro im Jahr aus Deutschland ab. Die aktuelle Entwicklung stellt damit eine deutliche Trendwende dar.

Institut der deutschen Wirtschaft sieht Berechenbarkeit als Trumpf

„In einer immer unsichereren Welt zählt Berechenbarkeit mehr als früher“, äußerte der Handelsexperte Jürgen Matthes vom Institut der deutschen Wirtschaft. Donald Trumps fortwährende und erratische Drohungen dürften dagegen nicht nur den Partnern, sondern auch der US-Wirtschaft schaden. „Rechtssicherheit und Kalkulierbarkeit werden im globalen Wettbewerb zum Standortvorteil für Deutschland“, so Matthes. Zudem bleibe Deutschland auch als Forschungsstandort hochattraktiv.

Die Auswertung basiert auf Zahlen der Deutschen Bundesbank. Da bislang nur Daten für die Monate Januar bis November vorliegen, sind die Werte für Dezember und damit auch für das Gesamtjahr hochgerechnet. Zudem stehen die Zahlen unter dem Vorbehalt möglicher Revisionen, wie das Ifo-Institut mitteilte.

Neue Produkte

Im Heft