Die fränkische Brauerei Brauhaus Altenkunstadt Andreas Leikeim hat einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Das Unternehmen geriet nach eigenen Angaben infolge der deutlichen negativen Absatz- und Umsatzentwicklung der vergangenen Jahre in einen Liquiditätsengpass. Mit dem Verfahren will die Familienbrauerei die Grundlage schaffen, um sich neu zu strukturieren und den Fortbestand zu sichern.
Verschiedene Maßnahmen der vergangenen Jahre unzureichend
„Der Antrag war erforderlich, da das Unternehmen infolge der deutlichen negativen Absatz- und Umsatzentwicklung der vergangenen Jahre in einen Liquiditätsengpass geraten ist“, sagte Geschäftsführer Andreas Leikeim. Hintergrund seien die seit Jahren herausfordernden Rahmenbedingungen im deutschen Biermarkt. Der rückläufige Bierkonsum, gestiegene Kosten sowie die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie hätten die Situation zusätzlich belastet.
In den vergangenen Jahren setzte die Brauerei verschiedene Maßnahmen um, die den Entwicklungen entgegenwirken sollten. Dazu gehörten den Angaben zufolge der Ausbau des Exportgeschäfts, zusätzliche Dienstleistungen für andere Brauereien, Investitionen in alkoholfreie Produkte sowie umfassende Kosteneinsparungen. Diese Maßnahmen reichten jedoch nach Unternehmensangaben nicht aus, um die strukturellen Belastungen dauerhaft auszugleichen.
Brauerei sucht Investoren und prüft Sanierungsoptionen
Die Brauerei beschäftigt derzeit rund 100 Mitarbeiter. Der Betrieb und die Produktion werden nach Angaben des Unternehmens fortgeführt. Die Versorgung mit Bier und Erfrischungsgetränken sei weiterhin sichergestellt. Im Rahmen des Eigenverwaltungsverfahrens prüft die Brauerei verschiedene Sanierungsoptionen. Dazu zählen Maßnahmen zur Restrukturierung sowie Gespräche mit potenziellen Investoren.
„Ziel des Verfahrens ist die Neuausrichtung des Unternehmens mit Blick auf die veränderten Marktbedürfnisse sowie die Rückgewinnung des Vertrauens von Endverbrauchern, Geschäftskunden und Lieferanten“, erläuterte Rechtsanwalt Gunther Neef von der Kanzlei Neef Schwarz + Kollegen aus Hof. Neef unterstützt als Generalbevollmächtigter die Geschäftsleitung. Zum Sachwalter bestellte das Gericht Rechtsanwalt Jochen Wagner von der Kanzlei Wagner & Dr. Lehner. Er nimmt die Aufgaben im Interesse der Gläubiger wahr.
Die Brauerei wird seit 1887 als unabhängige Familienbrauerei geführt und befindet sich in fünfter Generation in Familienhand.