Fleischersatz Stiftung fördert Forschung zu natürlichen Aromen und Farbstoffen

Die Adalbert-Raps-Stiftung unterstützt zwei Projekte für natürliche Lebensmittelzusätze. Forscher entwickeln dabei fleischige Aromen durch Pilzfermentation und gewinnen den Farbstoff Lutein aus Grünalgen. Die Algen-Methode liefert hochwertigere Ergebnisse als herkömmliche Pflanzenextrakte.

Dienstag, 20. Januar 2026, 09:20 Uhr
Theresa Kalmer
Extraktion von Lutein als Lebensmittelzusatzstoff aus der Grünalge: Eine alternative Möglichkeit, in Zeiten des Klimawandels aus einer verlässlichen Quelle Lutein zu gewinnen. Bildquelle: Adalbert-Raps-Stiftung

Die Adalbert-Raps-Stiftung fördert zwei Forschungsprojekte, die natürliche Aromen und Farbstoffe für die Lebensmittelindustrie entwickeln. Ein Team der Universität Hohenheim arbeitet an der Gewinnung fleischiger Aromen durch Fermentation, während Forschende der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden Lutein aus Grünalgen extrahieren. Dies teilte die Stiftung mit.

Natürliche Gewinnung von fleischigen Aromen

Die Hohenheimer Forschenden fermentierten Gewürze wie Zwiebel, Lauch, Knoblauch, Schnittlauch und Bärlauch über 18 bis 32 Stunden mit dem Mycel essbarer Ständerpilze. „Während durch den Polyporus umbellatus (Eichhase) leberwurstähnliche Aromen entstanden, sorgte die Fermentation mit dem Laetiporus sulphureus (gemeiner Schwefelporling) für eher fettige, frikadellenähnliche Eindrücke“, zitierte die Stiftung Felix Stöppelmann, ehemaliger Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Hohenheim. Die Forscher testeten 15 verschiedene Pilze und identifizierten den Laetiporus als besonders geeignet. Den Angaben zufolge nahmen die Forscher die fleischigen Aromen auch nach dem Braten in Erbsenburger-Patties noch wahr. Die Universität arbeitet nach eigenen Angaben an einem Folgeprojekt.

Farbstoff für die Lebensmittelindustrie aus Grünalgen

Im zweiten Projekt extrahierten Forscher Lutein aus der Grünalge Chlamydomonas asymmetrica. Lutein dient in der Lebensmittelindustrie als Farbstoff mit antioxidativer Wirkung. Normalerweise gewinnen Hersteller den Stoff aus der Tagetes erecta, auch bekannt als Studentenblume. Diese Pflanze ist jedoch stark von Witterungseinflüssen abhängig, was einen ungleichmäßigen Rohstoffstrom bedeutet, wie die Stiftung mitteilte.

Den Forschern gelang es nach eigenen Angaben, das Lutein mittels Ethanol-Extraktion nahezu rein zu gewinnen. Auch wiesen sie antioxidative Eigenschaften der Extrakte nach. „Wir haben das Feld mit unserer Studie eröffnet, jetzt ist die Industrie am Ball“, zitierte die Stiftung Jörg Schäffer von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Algen ließen sich in Reaktoren züchten und kontinuierlich ernten. Das aus Mikroalgen gewonnene Lutein sei hochwertiger als das Tagetesprodukt, teilte die Stiftung mit.

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