Agrarpolitik Weinbauverband legt Forderungskatalog für 2026 vor

Der Deutsche Weinbauverband hat einen Forderungskatalog an die Politik übergeben. Er soll helfen, die Herausforderungen der Branche zu bewältigen. Der Verband verlangt keine finanzielle Förderung, sondern einen besseren Rechtsrahmen.

Freitag, 16. Januar 2026, 10:52 Uhr
Thomas Klaus
Für ungetrübten Weingenuss: Der Deutsche Weinbauverband fordert die Unterstützung der Politik, um die Herausforderungen der Branche zu bewältigen. Bildquelle: Getty Images

Der Deutsche Weinbauverband hat einen Forderungskatalog für das Jahr 2026 vorgelegt. Dieser richtet sich an politische Entscheidungsträger und soll einen Rechtsrahmen schaffen, in dem die Branche ihre aktuellen Herausforderungen meistern kann. Der Verband stellte den Katalog im Rahmen der Grünen Woche in Berlin vor.

Einige Verbandsforderungen von Politik aufgegriffen

Im Jahr 2025 setzte die Politik bereits einige Forderungen des Verbands um. Dazu zählen die abgesenkte Umsatzsteuer in der Gastronomie, die Wiedereinführung des Agrardiesels und die Ausweitung der sozialversicherungsfreien Beschäftigung auf 90 Tage. Auch die Anpassung der Ökoregelung 1a gehört dazu: Die Ökoregelung 1a ist eine freiwillige Maßnahme innerhalb der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und gehört zu den Regelungen, die Landwirte für besondere Umweltleistungen honorieren. Dabei legen Landwirte bestimmte Ackerflächen freiwillig still. 

Neue strukturelle Möglichkeiten für Schutzgemeinschaften schuf der Gesetzgeber ebenfalls. Bei Schutzgemeinschaften handelt es sich um Zusammenschlüsse von Winzern, die gemeinsam die Qualität, Herkunft und den guten Ruf bestimmter Weine oder Weinbaugebiete schützen und fördern.

Hinzu kommen eine Million Euro an Bundesmitteln für die Absatzförderung durch das Deutsche Weininstitut und eine verlängerte Antragsfrist für Wiederbepflanzungen.

All diese Maßnahmen begrüßt der Verband. Nach seiner Auffassung reichen sie aber nicht aus.

Verband fordert Einführung der Rotationsbrache

Der Verband fordert nun unter anderem die Einführung der Rotationsbrache und ein starkes Agrarbudget im Rahmen der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union. Auch die Verbesserung und Entbürokratisierung der Zulassung neuer und bestehender Pflanzenschutzmittel steht auf der Liste. Im ökologischen Weinbau soll Kaliumphosphonat wieder zugelassen werden.

Zudem verlangt der Verband eine offene Diskussion der Verordnung zur Umsetzung des Agrargeoschutz sowie die präzise Benennung der vom Nature Restoration Law betroffenen Gebiete: Dieses 2024 verabschiedete EU-Gesetz zur Wiederherstellung geschädigter Natur verpflichtet die EU-Mitgliedsstaaten, degradierte Ökosysteme wieder in einen guten Zustand zu bringen.

Eine klare und verbindliche Regelung zu sozialversicherungsfreien Tätigkeiten gehört ebenfalls zu den Forderungen.

Generalsekretär Schwörer setzt auf EU-Weinpaket

Generalsekretär Christian Schwörer betonte, dass neben der Einführung einer Rotationsbrache insbesondere die Umsetzung des EU-Weinpakets oberste Priorität habe. Dieses ermögliche strukturelle Anpassungen im Bereich des Managements des Produktionspotenzials. Brüssel habe hier innerhalb des letzten Jahres geliefert. Das Paket sei final abgestimmt, wenn auch noch nicht veröffentlicht. Die Vorbereitung könne jetzt im Schulterschluss mit dem Berufsstand vorbereitet werden.

Verbandspräsident Klaus Schneider wies darauf hin, dass der Verband vom Staat keine weiteren finanziellen Mittel fordere, sondern die Schaffung des rechtlichen Rahmens. „Verschwindet der Weinbau aus den Regionen, verlieren auch Tourismus, Gastronomie, Hotellerie sowie vor- und nachgelagerte Wirtschaftszweige ihre wirtschaftliche Grundlage – und mit ihnen verkümmert eine den ländlichen Raum prägende Kulturlandschaft“, sagte er. Ein enger Dialog mit dem Berufsstand bereits im Vorfeld von Gesetzgebungsverfahren sei unablässig, um die Praxistauglichkeit neuer Regelungen zu garantieren.

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