Zuckermarkt unter Druck Nordzucker erwartet hohen Verlust und senkt Rübenpreise

Der Zuckerhersteller Nordzucker rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit einem operativen Verlust im hohen zweistelligen Millionenbereich. Grund sind niedrige Weltmarktpreise und Überkapazitäten. Erst 2027/28 will das Unternehmen wieder profitabel werden.

Donnerstag, 15. Januar 2026, 11:59 Uhr
Manuel Glasfort
Der weiße Rohstoff hat einen Preisverfall hinter sich, der auch in den Geschäftszahlen von Nordzucker seine Spuren hinterlässt. Bildquelle: Getty Images

Der Zuckerhersteller Nordzucker rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit einem operativen Verlust im hohen zweistelligen Millionenbereich. Das Unternehmen begründet dies mit niedrigen Weltmarktpreisen und Überkapazitäten am Markt. Auch für das Geschäftsjahr 2026/27 erwartet Nordzucker einen Verlust. Erst im Geschäftsjahr 2027/28 will das Unternehmen aus eigener Kraft wieder profitabel werden, wie es in einer Mitteilung heißt.

Die Weltmarktpreise für Zucker sind seit Mai 2025 deutlich gefallen und befinden sich auf dem niedrigsten Stand seit 2021, teilte Nordzucker mit. Hohe Ernteerträge in Brasilien, Indien und der Europäischen Union sowie Unsicherheiten durch Zölle und Wechselkursschwankungen verstärken den Preisdruck. Zudem beobachtet das Unternehmen einen Konsumrückgang, der den Absatz reduziert. „Das deutlich niedrigere Preisniveau bei gleichzeitig großen verfügbaren Mengen prägt den Markt seit Monaten“, zitierte Nordzucker den Chief Operating Officer Alexander Godow in der Mitteilung. Eine substanzielle Preiserholung sei vorerst nicht zu erwarten.

Nordzucker hat nach eigenen Angaben bereits Anfang 2025 Maßnahmen zur Kostenoptimierung eingeleitet. Dazu zählen die Intensivierung von Exzellenzprogrammen, die Anpassung des Investitionsbudgets, die Senkung der Verwaltungskosten sowie die Optimierung der Rübenpreismodelle. Das Unternehmen will diese Maßnahmen nun ausweiten und um ein zusätzliches Sofortprogramm ergänzen. „Wir haben eine klare Strategie, um die Profitabilität unseres Geschäfts eigenständig zurückzuerlangen – auch wenn die Absatzpreise langfristig niedrig bleiben sollten“, zitierte das Unternehmen den Vorstandschef Lars Gorissen. Zur Sicherung der Stabilität gehöre in der aktuellen Marktsituation auch die Reduzierung der Rübenpreise.

Nordzucker meldet stabile Rübenkampagne

Die Zuckerrübenkampagne 2025/26 verlief nach Angaben von Nordzucker stabil. Das Unternehmen verzeichnete überdurchschnittliche Rübenerträge und einen hohen Zuckergehalt, der regional zwischen unter 16 und über 18 Prozent variierte. In Finnland und Litauen endete die Kampagne bereits im Dezember, die deutschen Werke schließen ihre Kampagne in der zweiten Januarhälfte ab. Die Tochtergesellschaft Mackay Sugar in Australien verarbeitete 4,8 Millionen Tonnen Zuckerrohr.

Im Rahmen des unternehmensweiten Programms zur Dekarbonisierung konnte Nordzucker den Angaben zufolge die Energiekennzahlen in den Werken verbessern und den CO₂-Ausstoß deutlich senken. Dazu trugen Effizienzsteigerungen in den Prozessschritten, die Nutzung von Biogas aus eigenen Rübenschnitzeln sowie die verstärkte Energierückgewinnung aus Dampf bei. Im Geschäftsjahr 2024/25 erwirtschaftete Nordzucker einen Umsatz von 2,8 Milliarden Euro.

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