Konzern unter Druck Südzucker meldet Gewinneinbruch von mehr als 50 Prozent

Der Umsatz von Südzucker sank in den ersten neun Monaten um 1,1 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis brach um mehr als die Hälfte ein. Besonders das Kerngeschäft mit Zucker rutschte tief in die Verlustzone.

Dienstag, 13. Januar 2026, 15:40 Uhr
Manuel Glasfort
Kein Zuckerschlecken: Das Geschäft mit dem weißen Rohstoff war zuletzt nicht einfach, was auch Südzucker zu spüren bekommt. Bildquelle: Dennis Möbus/Südzucker

Der Zuckerkonzern Südzucker hat in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2025/26 deutliche Einbußen verzeichnet. Der Konzernumsatz sank von März bis November 2025 um rund 1,1 Milliarden Euro auf 6,4 Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Das operative Konzernergebnis brach um mehr als die Hälfte auf 95 Millionen Euro ein. Im Vorjahreszeitraum hatte Südzucker noch 236 Millionen Euro erwirtschaftet.

Besonders stark traf es das Kerngeschäft mit Zucker. Das Segment rutschte in den ersten drei Quartalen in die Verlustzone und verbuchte ein operatives Minus von 136 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte der Verlust noch 23 Millionen Euro betragen. Der Umsatz brach um fast ein Drittel auf 2,2 Milliarden Euro ein. Verantwortlich dafür waren nach Angaben von Südzucker deutlich gesunkene Zuckerpreise und rückläufige Absatzmengen, vor allem im Export. Auch deutlich niedrigere Herstellkosten konnten die Entwicklung nicht ausgleichen.

Die laufende Rübenkampagne 2025 verlief den Angaben zufolge weitgehend problemlos. In Belgien und Frankreich erwartet Südzucker hohe Rübenerträge und Zuckergehalte, auch in anderen Anbauregionen liegen die Zuckererträge meist über dem Durchschnitt. In den von der Pflanzenkrankheit SBR betroffenen Gebieten zeigen die Maßnahmen Wirkung, wenngleich die Erträge noch nicht das frühere Niveau erreicht haben. Die Verarbeitung soll spätestens Anfang Februar 2026 abgeschlossen sein.

Segment Frucht steigert Ergebnis deutlich

Auch die anderen Segmente entwickelten sich überwiegend schwach. Im Segment Spezialitäten sank das operative Ergebnis deutlich auf 119 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch 152 Millionen Euro erwirtschaftet worden waren. Der Umsatz ging auf 1,6 Milliarden Euro zurück. Ursächlich waren niedrigere Absatzmengen und Preise sowie deutlich höhere Kosten. Zudem entfielen Umsätze durch den Verkauf des Dressing- und Saucengeschäfts von Richelieu in den USA im zweiten Quartal des Vorjahres. Im Segment CropEnergies brach das operative Ergebnis auf 3 Millionen Euro ein, im Vorjahr waren es noch 8 Millionen Euro gewesen. Der Umsatz sank auf 609 Millionen Euro. Belastet wurde das Geschäft durch deutlich niedrigere Absatzmengen infolge planmäßiger und außerplanmäßiger Wartungsmaßnahmen sowie durch niedrigere Preise für erneuerbares Ethanol.

Einen Lichtblick bot das Segment Frucht. Dort stieg das operative Ergebnis deutlich auf 90 Millionen Euro, nach 75 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz legte auf 1,3 Milliarden Euro zu. Trotz rückläufiger Absatzmengen profitierten die Fruchtaktivitäten von gestiegenen Preisen und höheren Margen. Südzucker bestätigte die Prognose für das Gesamtjahr 2025/26. Das Unternehmen rechnet mit einem Konzernumsatz zwischen 8,3 und 8,7 Milliarden Euro sowie einem operativen Konzernergebnis zwischen 100 und 200 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte Südzucker noch einen Umsatz von 9,7 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis von 350 Millionen Euro erzielt.

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