Die EU-Staaten haben sich auf ein Verhandlungsmandat zur Überarbeitung der EU-Verordnung für entwaldungsfreie Produkte (EUDR) geeinigt. Die Umsetzung der bestehenden Regeln soll vereinfacht und deren Anwendung verschoben werden, teilte der EU-Rat mit. Betriebe, Händler und Behörden sollen so mehr Zeit für die Vorbereitung erhalten.
Weitere Verhandlungen bis zum 30. Dezember
Die Verordnung soll nun ab dem 30. Dezember 2026 für mittlere und große Betriebe gelten. Kleine und Mikrobetriebe haben bis zum 30. Juni 2027 Zeit. Zudem sollen zahlreiche Vorschriften deutlich vereinfacht werden.
Die jetzt erzielte Einigung sieht weitreichende Erleichterungen für Primärerzeuger aus Ländern ohne Entwaldungsprobleme vor. Eine vereinfachte Sorgfaltserklärung muss einmalig abgegeben werden. Anstelle von Geodaten der Betriebsflächen wird eine Betriebsadresse angegeben. Die Erntemengen werden geschätzt und keine Referenznummern entlang der EU-Lieferkette gesammelt.
Auf der Grundlage dieses Mandats will der Rat Verhandlungen mit dem Europäischen Parlament aufnehmen, um in den kommenden Wochen und vor Inkrafttreten der aktuellen Verordnung am 30. Dezember 2025 eine endgültige Einigung zu erzielen.
Freude bei Bundesagrarminister Rainer
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) begrüßte die Einigung. „Ich freue mich, dass sich die Mitgliedstaaten jetzt auf eine gemeinsame Linie auf Basis unseres deutschen Vorschlags verständigt haben“, sagte der Minister. Der Rat sende damit ein klares Signal: „Wir setzen auf eine praxistaugliche, schlanke EUDR für wirksamen Waldschutz aber ohne überflüssige Auflagen für Länder ohne Entwaldungsprobleme.“
Die Unternehmen bräuchten weniger Bürokratie und nicht ständig neue Hürden, so Rainer. Das Ziel der Verordnung, den weltweiten Schutz der Wälder, unterstütze er uneingeschränkt. „Aber in ihrer jetzigen Form bremst die EUDR das, was wir auf EU- und Bundesebene für Bürokratieabbau tun“, ergänzte der Minister. Es dürfe nicht sein, dass Waldbesitzer und bäuerliche Betriebe sowie die gesamte Wertschöpfungskette für Probleme verantwortlich gemacht werden, die in Deutschland nicht existieren.
