Gemüseanbau Bio-Gurken-Verband ist mit der Saison zufrieden – mit dem Handel weniger

Ende Oktober wurden die letzten regionalen Bio-Gurken in Deutschland geerntet und an den Handel ausgeliefert. Für seine Mitgliedsbetriebe zieht der Verein Bio Fruchtgemüse Produzenten (Bio.Fru.Pro) eine insgesamt positive Bilanz der Saison 2025. An den Handel ergeht ein dringender Appell.

Dienstag, 04. November 2025, 09:36 Uhr
Thomas Klaus
Gesund und lecker: Die Saison für heimische Bio-Gurken erstreckt sich von März bis Oktober; ein ganzjähriges Angebot ist nur durch den Import aus südlichen Ländern möglich.  Bildquelle: sommail

Die Ernte von regionalen Bio-Gurken verlief nach Darstelung des Vereins Bio Fruchtgemüse Produzenten dank der gemäßigten Witterung ohne größere Schwankungen. Zwar konnten die anhaltenden Kostensteigerungen der vergangenen Jahre weiterhin nicht ausgeglichen werden, doch freuten sich die Erzeuger über stabile Preise und einen leicht steigenden Absatz.

Dworschak: Saison angenehm unaufgeregt

„Seitens der Produktion verlief die Saison angenehm unaufgeregt“, erklärt Rudolf Dworschak, Vorstand des Bio.Fru.Pro. „Von erhöhtem Schädlings- oder Krankheitsdruck sowie anhaltenden Hitzewellen blieben wir in diesem Jahr weitgehend verschont. Dadurch blieb die Erntemenge auf konstantem Niveau, und wir konnten unsere Handelsabsprachen zuverlässig erfüllen. Wir hätten sogar noch mehr verkaufen können, hätten wir im Frühjahr zusätzliche Flächen bepflanzt.“

Ein wesentlicher Grund für die gestiegene Nachfrage lag nach Angaben von Dworschak in den höheren Preisen, die für Importware aufgerufen wurden. Die Saison für heimische Bio-Gurken erstreckt sich von März bis Oktober; ein ganzjähriges Angebot ist nur durch den Import aus südlichen Ländern möglich. 

In den Wintermonaten sei eine Produktion in Deutschland aufgrund des hohen Energiebedarfs und der notwendigen Bodenruhe nicht mit den Grundsätzen des ökologischen Landbaus vereinbar, so der Vereinsvertreter.

Nur 15 Prozent für Gurkenanbau genutzt

Bio.Fru.Pro erläutert: Günstigere Produktionsbedingungen in Ländern wie Spanien oder Bulgarien – etwa bei Arbeitskosten oder Umweltauflagen – führen dazu, dass Importgurken in den Übergangsmonaten deutlich billiger auf den Markt kommen. Die Nachfrage nach regionaler Ware werde in dieser Zeit vor allem durch den Preisunterschied bestimmt.

Nur rund 15 Prozent der deutschen Bio-Gewächshausfläche werden derzeit für den Gurkenanbau genutzt. „Die Kultur ist sehr kostenintensiv, mit hohem Anbaurisiko verbunden und durch die Abhängigkeit vom Importpreis starken Nachfrageschwankungen unterworfen. Da ist es betriebswirtschaftlich nur konsequent, den Anbau auf ein Minimum zu begrenzen.“ Das erläutert Michael Schudde, Geschäftsführer des Bio.Fru.Pro. 

Schudde: Abwärtsspirale gemeinsam durchbrechen

Schudde kritisiert den Handel: „Umgekehrt greift der Handel in der Saison gerne zur günstigeren Importware – und erst wenn dort Probleme auftreten, werden wir wieder interessant. Würde sich der Handel so deutlich zum regionalen Bio-Anbau bekennen, wie es die Verbraucherinnen und Verbraucher fordern, könnten wir die Abwärtsspirale gemeinsam durchbrechen und in der Saison den vollständigen Selbstversorgungsgrad erreichen.“ Dieses Ziel bekomme vor dem Hintergrund zunehmender globaler Krisen wieder  gesellschaftliche Relevanz. 

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