Die Bürokratie hat die deutsche Wirtschaft im Jahr 2024 rund 67 Milliarden Euro gekostet. Dies entspricht etwa 1,5 Prozent der Wirtschaftsleistung, wie aus einer Studie des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen (VFA) hervorgeht.
Großteil der Bürokratiekosten entfällt auf allgemeine Vorschriften
Der Großteil der Bürokratiekosten von rund 51 Milliarden Euro entfällt laut der Studie auf allgemeine Vorschriften wie arbeitsrechtliche sowie steuer- und handelsrechtliche Vorgaben. Etwa ein Viertel der Kosten - rund 16 Milliarden Euro - entstehen durch branchenspezifische Regulierung. Die Industrie trägt mit 2,5 Milliarden Euro den zweitgrößten branchenspezifischen Kostenblock nach den Finanzdienstleistungen. Pro Beschäftigtem fallen in der Industrie jährlich gut 1.400 Euro für die Erfüllung bürokratischer Pflichten an.
Michelsen: Bürokratie ist kein Selbstzweck
VFA-Chefvolkswirt Claus Michelsen sieht in einer Modernisierung der Bürokratie eine Chance für den Standort Deutschland. „Eine schlanke, international kompatible Bürokratie kann Deutschland von einem Hemmschuh zu einem Standortvorteil machen“, sagte er. Der VFA betont, Bürokratie sei kein Selbstzweck, sondern sichere Qualität, Sicherheit und Rechtsstaatlichkeit. Ziel sei daher nicht Deregulierung, sondern eine Modernisierung. Die solle Prozesse einfacher, digitaler und schneller machen.
