Der Zentralverband Gartenbau hat bei seiner Mitgliederversammlung in Berlin eine kritische Bilanz zur Umsetzung der Regierungsversprechen gezogen. Die Präsidentin Eva Kähler-Theuerkauf mahnte an, dass die Wahlversprechen und Festlegungen aus dem Koalitionsvertrag dringend realisiert werden sollten. Die Kluft zwischen Ankündigungen und konkreten Maßnahmen werde immer größer.
Kähler-Theuerkauf: Gartenbau keine Randnotiz
„Der Gartenbau ist keine Randnotiz, sondern eine Zukunftsbranche“, betonte Kähler-Theuerkauf. „Wir leisten unverzichtbare Beiträge für Ernährungssicherung, Klimaanpassung und Lebensqualität. Aber wir können das nur, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.“
Die Präsidentin kritisierte zum Beispiel, dass das Bundesprogramm Energieeffizienz, das für Investitionen in den Betrieben wichtig sei, weiterhin geschlossen bleibe. Gleichzeitig wachse die Unsicherheit darüber, wie die Energiepolitik künftig ausgerichtet werde.
Auch im Bereich Wassermanagement fehle trotz zunehmender Dürreperioden und sinkender Grundwasserspiegel ein spezielles Förderprogramm zur Wassereffizienz, so die Präsidentin.
Zentralverband bemängelt Situation im Pflanzenschutz
Der Zentralverband bemängelte zudem die Situation im Pflanzenschutz. Die Unternehmen stünden wachsenden Herausforderungen durch Resistenzen und neue Schaderreger gegenüber. Obwohl der Koalitionsvertrag Verbesserungen bei der Zulassung vorsehe, gebe es hier bislang keine Fortschritte. In der Arbeitsmarktpolitik bleibe die Umsetzung ebenfalls hinter den Versprechen zurück. Die zugesagte Flexibilisierung der Arbeitszeit und klare Regelungen für Saisonarbeitskräfte seien bisher nicht realisiert worden.
Karoline Heiser neue Vizepräsidentin
Die Mitgliederversammlung brachte personelle Veränderungen. Die Mitglieder wählten Karoline Heiser zur neuen Vizepräsidentin des Verbands. Sie folgt auf Wilhelm Böck, den der Verband verabschiedete. Thomas van Megen übernahm den Vorsitz des Arbeitsausschusses Technik und Bauwesen im Gartenbau.
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer vergab zudem den Innovationspreis Gartenbau 2025 an zwei Unternehmen. Erstmals in der Geschichte des Amtes ernannte der Verband mit Hannes Schrader einen Mann zur Deutschen Blumenfee 2025/26.
