Der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) hat seine Pläne für eine Pflichtabgabe zur Vermarktung heimischer Weine vorerst zurückgezogen. Dies teilten das Ministerium und die Weinbauverbände Baden und Württemberg gemeinsam mit. In Baden hat die Weinlese bereits begonnen.
Haak: Bestehende Strukturen nicht gefährden
„Eine solche Abgabe kommt kurzfristig nicht, weil wir damit aktuell Gefahr laufen, noch bestehende Strukturen zusätzlich zu gefährden“, erklärte. Stattdessen betonte er, wie notwendig ein Gesamtkonzept sei: „Wie wir am Ende dieses solidarisch finanzieren, werden wir gemeinsam besprechen.“ Das Konzept soll bis Frühjahr 2026 stehen.
Noch Anfang der Woche hatte Hauk die Einführung einer Pflichtabgabe für Winzer ab dem nächsten Jahr angekündigt. Bei einem Treffen mit dem Badischen Weinbauverband in Müllheim sprach er von einer erforderlichen „Zwangssolidarität“ in der Branche, da freiwillige Modelle nicht funktionierten. Er schlug eine Abgabe pro Hektar Anbaufläche vor, die für Marketingzwecke an eine staatliche Organisation fließen sollte.
Hauk: Gesamtkonzept gemeinsam entwickeln
Die Kehrtwende erfolgte nach Gesprächen in den vergangenen Tagen. Dabei wurde offenbar deutlich, dass eine überstürzte Einführung der Abgabe die ohnehin angespannte Lage der Winzer verschärfen könnte.
Die gesamte Weinbranche steckt seit Längerem in einer Krise, die eine weltweite Überproduktion verursacht. Nur noch 40 Prozent der in Deutschland getrunkenen Weine stammten aus Deutschland, so der Minister. Die Verbraucher trinken weniger Wein und zugleich kommen dramatisch hohe Marktanteile abhanden.
Peter Hauk stellte heraus, dass ein Gesamtkonzept gemeinsam entwickelt werden müsse und keine Denkverbote kennen sollte. Am Ende müssten sich alle Beteiligten solidarisch an einem solchen Konzept und seiner Finanzierung beteiligen.
