Forscher in Deutschland haben einen neuartigen mRNA-Impfstoff gegen die Maul- und Klauenseuche erfolgreich getestet. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) berichtete, der neue Impfstoff vereinfache die Handhabung im Vergleich zu bestehenden Vakzinen deutlich.
Impfstodd nutzt durch Corona bekannte Technologie
Der Impfstoff nutzt die mRNA-Technologie, die durch die Corona-Impfstoffe bekannt wurde. Eine FLI-Sprecherin erklärte, für die Herstellung bisheriger Impfstoffe gegen die Maul- und Klauenseuche müssten Wissenschaftler große Mengen des Virus unter sehr hohen Sicherheitsmaßnahmen produzieren und anschließend inaktivieren. Bei der mRNA-Technologie genüge es, wenn nur Teile des genetischen Bauplans des Virus verwendet würden.
Geimpfte Tiere zeigten keine Krankheitssymptome
Die Tests fanden am FLI-Hauptsitz auf der Insel Riems bei Greifswald in der höchsten veterinärmedizinischen Sicherheitsstufe 4 statt. Von 24 dem Erreger ausgesetzten Rindern hatten Forscher 18 zuvor zweimal mit dem mRNA-Impfstoff geimpft. Das FLI teilte mit, die geimpften Tiere hätten im Gegensatz zu den ungeimpften keine Krankheitssymptome gezeigt und deutlich weniger Viren ausgeschieden. Die Forscher vermuten zudem: Die geimpften Tiere verbreiteten das Virus nicht weiter.
Australien zeigt besonderes Interesse an mRNA-Impfstoff
Firmen aus den USA und Australien entwickelten den Impfstoff mit. Für Australien, bisher von der Maul- und Klauenseuche verschont, sei ein mRNA-Impfstoff besonders interessant, so das FLI. Das Land besitzt große Viehbestände und darf nicht mit dem aktiven Virus arbeiten.
Vor einer möglichen Zulassung steht weitere Forschungsarbeit an. Die FLI-Sprecherin konnte keine Prognose zur Dauer geben. Wissenschaftler forschen auch an mRNA-Impfstoffen gegen andere Tierseuchen.
Deutschland seit April wieder MLS-frei
Im Januar 2025 brach die Maul- und Klauenseuche erstmals seit Jahrzehnten in Deutschland aus. Veterinäre entdeckten die Viruserkrankung in einer Wasserbüffel-Herde in Hönow im brandenburgischen Landkreis Märkisch-Oderland. Behörden töteten zahlreiche Tiere und verhängten Transportverbote und Handelseinschränkungen. Seit Mitte April gilt Deutschland wieder als frei von Maul- und Klauenseuche. Die Erkrankung gefährdet Paarhufer hochgradig und endet oft tödlich, Menschen können sich jedoch nicht anstecken.
