Maul- und Klauenseuche Neuer Impfstoff in Deutschland erfolgreich getestet

Forscher in Deutschland haben einen neuartigen mRNA-Impfstoff gegen die Maul- und Klauenseuche (MKS) entwickelt. Das Friedrich-Loeffler-Institut berichtet von erfolgreichen Tests an Rindern. Nun steht aber noch weitere Forschungsarbeit an. 

Dienstag, 19. August 2025, 10:07 Uhr
Thomas Klaus (mit dpa)
Gute Nachricht für die Tiergesundheit: Eine erfolgreiche Impfung gegen die Maul- und Klauenseuche ist realistisch geworden. Bildquelle: Getty Images

Forscher in Deutschland haben einen neuartigen mRNA-Impfstoff gegen die Maul- und Klauenseuche erfolgreich getestet. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) berichtete, der neue Impfstoff vereinfache die Handhabung im Vergleich zu bestehenden Vakzinen deutlich.

Impfstodd nutzt durch Corona bekannte Technologie

Der Impfstoff nutzt die mRNA-Technologie, die durch die Corona-Impfstoffe bekannt wurde. Eine FLI-Sprecherin erklärte, für die Herstellung bisheriger Impfstoffe gegen die Maul- und Klauenseuche müssten Wissenschaftler große Mengen des Virus unter sehr hohen Sicherheitsmaßnahmen produzieren und anschließend inaktivieren. Bei der mRNA-Technologie genüge es, wenn nur Teile des genetischen Bauplans des Virus verwendet würden.

Geimpfte Tiere zeigten keine Krankheitssymptome

Die Tests fanden am FLI-Hauptsitz auf der Insel Riems bei Greifswald in der höchsten veterinärmedizinischen Sicherheitsstufe 4 statt. Von 24 dem Erreger ausgesetzten Rindern hatten Forscher 18 zuvor zweimal mit dem mRNA-Impfstoff geimpft. Das FLI teilte mit, die geimpften Tiere hätten im Gegensatz zu den ungeimpften keine Krankheitssymptome gezeigt und deutlich weniger Viren ausgeschieden. Die Forscher vermuten zudem: Die geimpften Tiere verbreiteten das Virus nicht weiter.

Australien zeigt besonderes Interesse an mRNA-Impfstoff

Firmen aus den USA und Australien entwickelten den Impfstoff mit. Für Australien, bisher von der Maul- und Klauenseuche verschont, sei ein mRNA-Impfstoff besonders interessant, so das FLI. Das Land besitzt große Viehbestände und darf nicht mit dem aktiven Virus arbeiten.

Vor einer möglichen Zulassung steht weitere Forschungsarbeit an. Die FLI-Sprecherin konnte keine Prognose zur Dauer geben. Wissenschaftler forschen auch an mRNA-Impfstoffen gegen andere Tierseuchen.

Deutschland seit April wieder MLS-frei

Im Januar 2025 brach die Maul- und Klauenseuche erstmals seit Jahrzehnten in Deutschland aus. Veterinäre entdeckten die Viruserkrankung in einer Wasserbüffel-Herde in Hönow im brandenburgischen Landkreis Märkisch-Oderland. Behörden töteten zahlreiche Tiere und verhängten Transportverbote und Handelseinschränkungen. Seit Mitte April gilt Deutschland wieder als frei von Maul- und Klauenseuche. Die Erkrankung gefährdet Paarhufer hochgradig und endet oft tödlich, Menschen können sich jedoch nicht anstecken.

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