Die Federweißer-Saison beginnt am 18. August in den deutschen Weinanbaugebieten. Die Winzer starten dann mit der Lese für das milchig-trübe Getränk, das nur wenige Wochen im Handel erhältlich ist. Das teilt die Deutsche Presse-Agentur mit.
Getränk verändert sich im Geschmack ständig
Federweißer gilt als Vorbote eines neuen Weinjahrgangs und entsteht während der Gärung von Traubensaft. Bei diesem Prozess verwandelt Hefe den Zucker in Alkohol und Kohlensäure. Die Abfüllung erfolgt vor dem Ende der Gärung, weshalb spezielle Verschlüsse verwendet werden müssen. Diese ermöglichen es dem Gas zu entweichen, verhindern aber das Eindringen von Luft.
Die im Getränk enthaltene Hefe sorgt für die charakteristische milchige Trübung und ist reich an Nährstoffen. Der Name Federweißer leitet sich von den schwebenden Hefeteilchen ab, die an tanzende Federchen erinnern. Im Geschmack verändert sich das Getränk stetig: Anfangs dominiert eine süße Note wie bei Traubensaft mit Kohlensäure, später wird der Geschmack zunehmend trockener.
Pfälzer Kellereien setzen auf Tradition
Besonders in den größten deutschen Weinanbaugebieten Pfalz und Rheinhessen hat der auch als Rauscher bekannte Trunk Tradition. Große Kellereien und Abfüllbetriebe haben sich dort etabliert. Federweißer wird traditionell mit Zwiebelkuchen, Flammkuchen oder würzigem Käse serviert. Kenner warnen davor, dass die Süße des Getränks über den Alkoholgehalt hinwegtäuschen und dadurch schneller berauschend wirken kann als erwartet.
Die Federweißer-Saison ist kurz und das Getränk muss zeitnah konsumiert werden. Ähnliche Getränke sind auch in Nachbarländern wie Frankreich und Tschechien bekannt.
