Weil er am 14. August 100 Tage im Amt sein wird, hat Alois Rainer eine Zwischenbilanz seiner Tätigkeit als Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat. Der CSU-Politiker erklärte: „Wir machen Politik für die, die uns mit allem fürs tägliche Leben versorgen. Es geht nicht um Symbolpolitik, sondern um Lösungen, die tragen – in der Praxis, im Alltag, für die Zukunft.“ Weil die Landwirtschaft wieder Perspektive brauche, gutes Essen nicht egal sei und die ländlichen Räume eine Zukunft verdienten, habe er einen Kurswechsel in der Agrarpolitik eingeleitet.
Fortschritte beim Bürokratieabbau erzielt
Unter den bereits erzielten Erfolgen nennt Rainer unter anderem den Bürokratieabbau. Seit Mai 2025 entlastete das Ministerium die Landwirtschaft um mehr als 20 Millionen Euro an Bürokratiekosten. Es habe angeblich überflüssige Meldepflichten für Weinbaubetriebe abgeschafft und die Meldungen zum Antibiotikaeinsatz auf einmal jährlich reduziert. Zudem fiel im Juli 2025 die Pflicht zur Erstellung einer Stoffstrombilanz weg. Im Obstanbau konnte dem Minister zufolge bei der Zulassung von Captan-haltigen Mitteln gemeinsam mit dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit und dem Julius-Kühn-Institut eine Lösung gefunden werden, die Biodiversität und Pflanzenschutz praxistauglich verbindet.
Weidetierhaltung durch Wolfs-Bejagung besser geschützt
In den bald 100 Tagen Amtszeit hat Rainer nach eigener Darstellung zudem einiges auf den Weg gebracht. So soll bis Januar 2026 das Gesetzgebungsverfahren abgeeschlossen werden, damit der Wolf in das Bundesjagdrecht aufgenommen werden kann. Das diene dem Schutz und Erhalt des Kulturgutes der Weidetierhaltung, so Rainer.
Die Agrardieselrückvergütung soll zum 1. Januar 2026 vollständig wieder eingeführt werden. Dies soll Betriebe künftig mit 21,48 Cent je Liter Diesel entlasten, was einer jährlichen Unterstützung von rund 430 Millionen Euro entspricht. Für die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) plant das Ministerium in den Jahren 2025 und 2026 jeweils 907 Millionen Euro ein.
Kritische Haltung zur EUDR-Richtlinie
Eine neue Agrarexportstrategie solle kommen und die EU-Verordnung für entwaldungsfreie Produkte (EUDR) mit Augenmaß umgesetzt werden. Alois Rainer wörtlich: „Wir treten für praktikable Regelungen ein – erst recht dort, wo das Entwaldungsrisiko gleich null ist, wie in Deutschland. Deshalb setzen wir uns auf europäischer Ebene für eine Null-Risiko-Variante in der EUDR ein.“
