Der Biolandbau in Deutschland kämpft mit großen Herausforderungen. Ludolf von Maltzan, Betreiber des Ökodorfs Brodowin nordöstlich von Berlin, sieht die Branche bei der Vermarktung von Lebensmitteln unter starkem Druck. „Die Biobranche hat es schwer“, sagte von Maltzan anlässlich eines Besuchs von Bundesagrarminister Alois Rainer (CSU) in Brodowin.
Besonders Biofachgeschäfte leiden
Der selbsternannte „überzeugte Öko“ beobachtet Veränderungen im Markt und im Verbraucherverhalten. „Die Menge hat insgesamt abgenommen im Biobereich“, teilte von Maltzan mit. Besonders Biofachgeschäfte litten darunter, dass immer mehr Verbraucher Bio-Lebensmittel beim Discounter kauften. Dies führe zu großen Anpassungsprozessen in der Branche.
Kostensteigerungen belasten zusätzlich die Betriebe. Von Maltzan nannte gestiegene Energiepreise und Lohnkosten als Beispiele. „Aber der Preis für Milch im Laden ist geblieben. Da entwickeln sich Engpässe für die Branche draus“, erklärte der Bio-Landwirt.
Ökodorf Brodowin gab Milchviehhaltung auf
Das Ökodorf Brodowin, das Gemüse produziert, gab vor einiger Zeit die Haltung von Milchkühen auf. Die Molkerei betreibt es jedoch weiter. Als Grund für die Aufgabe der Milchviehhaltung nannte von Maltzan die „unfassbare Frühjahrstrockenheit“ und die damit verbundenen Probleme bei der Futterproduktion. „Deswegen konnten wir so nicht weiter machen“, begründete er die Entscheidung.
Der Biobetrieb mit 90 Mitarbeitern wurde 1991 gegründet. Mehr als 4.000 Artikel werden vermarktet. 2010 wurde der Betrieb offizieller Partner des UNESCO-Biospärenreservates Schorfheide-Corin.
