Beschäftigte mehrerer sächsischer Brauereien wollen in den kommenden Tagen streiken. Die Gewerkschaft NGG hat die Mitarbeiter von vier Brauereien der Radeberger Gruppe zum Warnstreik aufgerufen.
Seit Jahrzehnten keine mehrtägigen Streiks mehr
Der Aufruf betrifft das Freiberger Brauhaus, die Radeberger Brauerei, die Sternburg Brauerei in Leipzig und die Krostitzer Brauerei. Alle diese Betriebe gehören zur Radeberger Gruppe, dem größten deutschen Brauereiverbund.
„Mehrtägige Streiks gab es in der Brauwirtschaft in Sachsen in den letzten Jahrzehnten nie. Das spricht für sich. Die Brau-Beschäftigten machen Druck, damit sie nicht auf dem Trockenen sitzenbleiben“, erklärte Uwe Ledwig, Verhandlungsführer der NGG.
Nächste Verhandlungsrunde am 14. August
Die Gewerkschaft verlangt für das Tarifgebiet Sachsen und Thüringen sieben Prozent mehr Lohn. Für Auszubildende fordert sie 100 Euro mehr. Die Brauereien haben nach Angaben der NGG bislang kein Angebot vorgelegt.
Die NGG begründet ihre Forderungen mit dem Lohnniveau in Sachsen und Thüringen. Dieses liegt nach Gewerkschaftsangaben mehrere hundert Euro unter den bundesweit üblichen Braulöhnen. Viele Beschäftigte in diesen Bundesländern arbeiten mehr als 30 Jahre nach der deutschen Einheit immer noch länger für weniger Geld. Der Unterschied beträgt laut NGG über 4.000 Euro im Jahr - ohne Zuschläge.
Die nächste Verhandlungsrunde soll am 14. August stattfinden. Die NGG wies darauf hin, dass bereits ein vierstündiger Streik am 27. Juni die Produktion und Lieferfähigkeit der Brauereien an Gaststätten und den Einzelhandel beeinträchtigt hat.
Erst am Mittwoch gaben die Tarifpartner in der Bierbranche in Nordrhein-Westfalen eine Einigung bekannt. Dort steigen die Gehälter für etwa 5500 Mitarbeiter rückwirkend um 2,8 Prozent. Im Februar 2026 folgt eine Erhöhung um 60 Euro, im September 2026 kommt ein weiterer Aufschlag von 1,5 Prozent hinzu.
