Mindestlohndebatte Bio-Gemüseproduzenten fordern faire Bezahlung

Der Verband Bio Fruchtgemüse Produzenten will keine Ausnahmen bei der Mindestlohnerhöhung für den Gartenbaubereich. Trotz steigender Lohnkosten sei es wichtig, dass das Personal fair bezahlt werde. 

Montag, 07. Juli 2025, 10:51 Uhr
Thomas Klaus
Mitarbeiter mit tragender Rolle: Mögliche Ausnahmen beim gesetzlichen Mindestlohn für Saisonarbeitskräfte in Landwirtschaft und Gartenbau begrüßt nicht jeder in der Branche. Bildquelle: Getty Images

Der Verband Bio Fruchtgemüse Produzenten (Bio.Fru.Pro), ein Zusammenschluss der führenden Bio-Gewächshausbetriebe Deutschlands, lehnt Ausnahmen bei der geplanten Mindestlohnerhöhung für den Gemüsebau ab, wie sie unter anderem der Deutsche Bauernverband gefordert hat. Solche Vorschläge würden der sozialen Verantwortung nicht gerecht und erschwerten das Gewinnen qualifizierten Personals, so der Verband. Auf der Preisebene sei der Bio-Anbau noch nie konkurrenzfähig gewesen.

Schudde: Keine Kompromisse bei Bezahlung

Michael Schudde, Geschäftsführer des Verbands, erklärt: „Wenn sich Verbraucherinnen und Verbraucher für unsere Produkte entscheiden, dann weil sie deren Qualität schätzen und ihnen ihre Region am Herzen liegt. Hier dürfen wir keine Kompromisse machen – und das geht nur mit qualifizierten Mitarbeitern, die fair bezahlt werden.“

Lohnkosten steigen bis 2027 um 15 Prozent

Der Verband verweist darauf, dass der Anbau von Tomaten, Gurken oder Paprika viel Handarbeit erfordere. Dies führe dazu, dass die Branche die geplante Mindestlohnerhöhung wirtschaftlich besonders treffe. Denn Lohnkosten machten im Schnitt 40 Prozent der Produktionskosten von Bio-Fruchtgemüse aus. Die geplante Mindestlohnerhöhung werde bis 2027 die Lohnkosten um durchschnittlich über 15 Prozent steigern, rechnet der Verband vor.

Verband vertraut Verbrauchern, Politik und Handel

Die heimischen Betriebe seien im europäischen Wettbewerb weiter benachteiligt, erklärt der Verband. Während Arbeiter in Spanien eine Tomate für 8,37 Euro pro Stunde ernteten, liege der Stundenlohn in Deutschland derzeit bei 12,82 Euro und steige ab 2027 auf 14,60 Euro. Rudolf Dworschak, Vorstand des Verbands, sagt: „Natürlich sind weitere Preissteigerungen in diesen Zeiten eine Zumutung. Und natürlich würden wir kurzfristig wirksame Entlastungen bei den Lohnnebenkosten oder der Besteuerung begrüßen.“

Am Ende vertraue die Branche jedoch darauf, dass Verbraucher, Politik und Handel den Wert von regional produziertem Bio-Gemüse, sozialer Gerechtigkeit und einer intakten Umwelt erkennen, fördern und honorieren würden.

Importe garantieren günstige Verbraucherpreise

Der Verband betont: Der regionale Bio-Anbau stehe für Versorgungssicherheit und höchste Qualitätsstandards. Gleichzeitig räumt er ein: Importe garantierten günstige Verbraucherpreise und ein ganzjähriges Angebot an Frischgemüse. Der Verband warnt jedoch vor einer zunehmenden Abhängigkeit von internationalen Lieferketten, deren Risiken in den letzten Jahren deutlich geworden seien. Demgegenüber stehe der regionale Bio-Anbau für Versorgungssicherheit und höchste Qualitätsstandards auf allen Ebenen.

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