Der Zigarettenhersteller Reemtsma hat einen Schwarzmarkt-Tracker eingeführt, der illegale Tabak- und Nikotinprodukte in Deutschland erfasst. Das Online-Tool basiert auf offiziellen Mitteilungen von Zoll- und Polizeibehörden und wurde Anfang 2025 gestartet. Das teilte das Unternehmen mit.
Besorgniserregende Entwicklung bei E-Zigaretten
Die erste Halbjahresbilanz des Trackers zeigt nach Unternehmensangaben ein erhebliches Ausmaß des illegalen Handels. Die Behörden stellten demnach mehr als 45,5 Millionen illegale Tabakzigaretten und 2,78 Millionen illegale E-Zigaretten sicher. Der entstandene Steuerschaden beläuft sich den Angaben zufolge auf mindestens 14,5 Millionen Euro. Insgesamt flossen 78 behördliche Mitteilungen in die Auswertung ein.
Bei E-Zigaretten verzeichnet der Tracker eine besorgniserregende Entwicklung. Die Menge der sichergestellten illegalen E-Zigaretten im ersten Halbjahr 2025 entspricht bereits der Gesamtmenge des Jahres 2024. Reemtsma hat den Tracker zudem um zwei weitere Produktkategorien erweitert: In Deutschland verbotener Oraltabak und tabakfreie Nikotinbeutel. Von diesen Produkten beschlagnahmten die Behörden im ersten Halbjahr 5.692 Dosen.
Reemtsma-Manager Cordes fordert Bündnis gegen illegalen Handel
„Der Schwarzmarkt in Deutschland mit illegalen und nicht verkehrsfähigen Tabak- und Nikotinprodukten boomt. Gerade bei neuartigen Produktkategorien wie E-Zigaretten und Oraltabak ist der Trend alarmierend“, so Christian Cordes, Director Corporate & Legal Affairs Cluster DACH. Cordes fordert ein Bündnis von Politik, Behörden, Herstellern, Händlern und Verbrauchern gegen illegale Aktivitäten im Markt.
Seit Mai 2025 existiert zudem ein vom Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse betriebenes Online-Meldeportal. Dieses soll nach Unternehmensangaben beim Aufdecken von Verstößen gegen den Jugend- und Verbraucherschutz helfen. Das Portal ist zunächst in Hamburg und Berlin aktiv.
