Der Zuckergehalt in Erfrischungsgetränken ist seit 2018 um knapp 15 Prozent gesunken. Dies geht aus dem Produktmonitoring 2024 des Max Rubner-Instituts (MRI) hervor. Das berichtet das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat.
Auch bei Feingebäck Zuckerreduktion seit 2016
Bei Feingebäck verzeichneten die Wissenschaftler im Vergleich zu 2016 eine Zuckerreduktion um knapp 6 Prozent. Allerdings stieg der Zuckergehalt gegenüber der letzten Erhebung aus dem Jahr 2021 wieder leicht an.
Bei kalten Soßen stellten die Forscher nur vereinzelt relevante Veränderungen fest. Diese betrafen sowohl Verringerungen als auch Erhöhungen der Energie-, Zucker- und Salzgehalte. Auch Fleischersatz- und Wurstersatzprodukte standen im Fokus der Untersuchung.
Selbstverpflichtung der Lebensmittelwirtschaft seit 2018
Die Untersuchungen sind Teil der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten. Die Lebensmittelwirtschaft hatte sich im September 2018 gegenüber dem Ministerium verpflichtet, bis 2025 die Gehalte dieser Inhaltsstoffe zu reduzieren. Dies gilt besonders für Produkte, die sich an Kinder richten. Nach Angaben des Ministeriums haben die Unternehmen die meisten ihrer selbst gesteckten Ziele bereits erreicht oder werden diese absehbar erreichen.
Minister Rainer will gesunde Ernährung fördern
„Wir wollen vielseitiges und ausgewogenes Essen stärken, insbesondere für Kinder und Jugendliche“, erklärte Bundesminister Alois Rainer zu den Ergebnissen. Die Lebensmittelbranche verfüge über großes Innovationspotenzial. MRI-Präsidentin Tanja Schwerdtle betonte: „Niedrigere Gehalte an Salz, Zucker und Fett in verarbeiteten Lebensmitteln sind ein zentraler Baustein für eine gesunderhaltende Ernährung.“ Aus ernährungsphysiologischer Sicht seien weitere Reduktionen sinnvoll, teilte das Ministerium mit.
Gesamtbilanz der Reduktionsstrategie bis Ende 2026
Das Ministerium will bis Ende 2026 eine Gesamtbilanz der Strategie vorlegen. In diese sollen auch die Ergebnisse eines vom MRI koordinierten Stakeholder-Prozesses einfließen. An diesem Prozess beteiligten sich nach Angaben des Ministeriums rund 100 Experten aus Wissenschaft, Fachverbänden und Lebensmittelwirtschaft.
Konkrete Reduktionsziele konnten die Experten bislang allerdings nur in einzelnen Fällen erarbeiten, etwa für den Salzgehalt in Brot und Wurstwaren. Für weitere Lebensmittelgruppen wären zusätzliche Daten und Expertenrunden unter Leitung des MRI erforderlich, so das Ministerium.
