Baywa-Sanierung Amtsgericht München bestätigt Plan zur Restrukturierung

Der verschuldete Mischkonzern Baywa setzt seine Sanierung wie geplant um. Das Amtsgericht München hat den Restrukturierungsplan bestätigt, dem die Gläubiger bereits zugestimmt hatten. Baywa plant einen weitgehenden Rückzug aus dem internationalen Geschäft.

Freitag, 06. Juni 2025, 13:31 Uhr
Thomas Klaus (mit dpa)
Weitere Etappe auf dem Weg zur Sanierung: Das Amtsgericht München hat den Restrukturierungsplan der Baywa bestätigt. Bildquelle: Baywa

Die Baywa setzt ihre Sanierung wie geplant um. Das Amtsgericht München bestätigte den Restrukturierungsplan des hoch verschuldeten Mischkonzerns, wie das Unternehmen mitteilte. Die Gläubiger hatten dem Plan bereits am 15. Mai zugestimmt.

Finanzielle Schwierigkeiten seit Sommer 2024

Im Sommer 2024 geriet der Konzern in finanzielle Schwierigkeiten. Hauptgründe waren stark gestiegene Zinszahlungen für Milliardenkredite bei gleichzeitigen Verlusten im operativen Geschäft. Die Sanierung folgt den Vorgaben des Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetzes (StaRUG). Dieses ermöglicht Unternehmen in der Krise eine Rettung ohne Insolvenzantrag.

Das StaRUG-Verfahren unterliegt wie ein Insolvenzverfahren der gerichtlichen Aufsicht, bleibt jedoch nicht öffentlich. 

Baywa plant Verkauf ausländischer Töchter

Der Restrukturierungsplan sieht eine mehrjährige Sanierung bis Ende 2028 vor. Kernpunkt ist ein verkleinertes Unternehmen: Baywa will sich weitgehend aus dem internationalen Geschäft zurückziehen und sene großen ausländischen Tochtergesellschaften verkaufen. Den Verkauf der Beteiligung an der österreichischen Raiffeisen Ware Austria (RWA) schloss das Unternehmen bereits ab.

Wegen der laufenden Sanierung veröffentlichte Baywa die Bilanz für das vergangene Jahr bislang nicht. In den ersten neun Monaten 2024 belief sich der Nettoverlust nach Unternehmensangaben auf über 640 Millionen Euro.

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