Fachkräftemangel Denkfabrik fordert Differenzierung in Migrationsdebatte

Die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG), zu der auch zahlreiche Unternehmen aus der Lebensmittelbranche gehören, warnt:  Die aktuelle Migrationsdebatte könnte die Suche nach Fachkräften erheblich erschweren.  Zwischen allgemeinen Migrationsfragen und der qualifizierten Arbeitskräfteeinwanderung müsse klar getrennt werden. Das fordert der DZG-Vorstandssprecher Dr. Marcel Klinge (Foto). 

Donnerstag, 26. September 2024, 14:27 Uhr
Thomas Klaus
Klare Thementrennung und vereinfachte Fachkräfte-Einwanderung: das fordert Dr. Marcel Klinge. Bildquelle: DZG

Die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG), deren Mitglieder auch zahlreiche Unternehmen aus Foodservice- und Lebensmittelbranche sind, warnt vor einer Vermischung der Debatte um Arbeitskräfteeinwanderung mit allgemeinen Migrationsfragen. Beide Themen müssten klar voneinander getrennt werden, fordert der DZG-Vorstandssprecher Dr. Marcel Klinge (Foto). 

„Bereits heute fällt es vielen Betrieben schwer, offene Stellen kompetent zu besetzen. Diese Entwicklung wird sich nach einer Prognose des Fraunhofer IAO bis 2030 massiv verschärfen“, sagt Klinge in einer Mitteilung. Laut der Prognose werden bis Ende des Jahrzehnts zusätzlich bis zu 600.000 Mitarbeitende altersbedingt aus der Gastwelt ausscheiden.

Die Gastwelt, zu der die Branchen Tourismus, Hospitality, Foodservice und Freizeitwirtschaft gehören, leidet nach Angaben der DZG seit längerem unter einem spürbaren Arbeitskräftemangel. Ohne gezielte politische Gegenmaßnahmen gefährde dies vor allem die Existenz vieler inhabergeführter Betriebe, auch weil sich unter diesen Voraussetzungen kaum noch Nachfolger fänden.

DZG fordert: Unbefristeten Arbeitsvertrag als Green Card anerkennen

Im Kampf gegen den Mitarbeitermangel schlägt die Denkfabrik unter anderem vor, einen unbefristeten Arbeitsvertrag als „Green Card“ anzuerkennen. Mit dieser Lösung könnten Unternehmen ausländische Fachkräfte nach Ansicht der DZG deutlich schneller als bisher vor Ort einsetzen. Gleichzeitig fordert die Organisation den Abbau bürokratischer Hürden. Die Anerkennung von Berufserfahrung aus dem Ausland müsse radikal vereinfacht werden, so Klinge.

Die 2021 gegründete Denkfabrik Zukunft der Gastwelt vernetzt nach eigenen Angaben Politik, Verbände und Vertreter aller Wertschöpfungssektoren der Tourismus-, Hospitality- und Foodservice-Industrie. Der interdisziplinäre und unabhängige Thinktank beschäftigt sich mit strategischen Zukunftsthemen wie Mitarbeitergewinnung, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Ernährungswende. Mitglieder sind unter anderem die Radeberger-Gruppe, Unilever Food, Gerolsteiner, Transgourmet und die Metro.

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