Imkerei Honig wird teurer

Die deutschen Imker sind mit der diesjährigen Honigernte zufrieden — Honig wird aber teurer. Sorgen bereitet den Imkern außerdem der aus dem Ausland importierte Mischhonig.

Montag, 06. November 2023 - Hersteller
Lebensmittel Praxis
Artikelbild Honig wird teurer
Bildquelle: Getty Images

Pro Bienenvolk seien im Schnitt 36,7 Kilogramm Honig geerntet worden und damit 2,3 Kilogramm mehr als im Vorjahr, wie das Fachzentrum Bienen und Imkerei im rheinland-pfälzischen Mayen mitteilte. Im Vergleich zum sehr regenreichen Jahr 2021, in dem nur 18 Kilo pro Volk eingeholt wurden, ist die Erntemenge gut doppelt so hoch. In der seit 2012 geführten Statistik lag der Jahreswert nur 2018 mit 36,9 Kilogramm pro Volk höher.

„Es war ein sehr gutes Bienenjahr“, sagte Fachzentrumsleiter Christoph Otten. „Dank positiver Witterung haben die Bienen viel Nektar eingebracht und die Imker konnten viel Honig schleudern.“ Zwischenzeitlich habe es zwar Niederschläge gegeben, diese hätten aber nur einen geringen Einfluss auf die Nektarmenge gehabt. „Den Bienen reichen oft schon drei, vier schöne Tage hintereinander, um ihre Honigproduktion stark hochzufahren.“ Manche Völker können unter günstigen Bedingungen bis zu zwei Kilogramm Honig am Tag sammeln.

In Deutschland gibt es schätzungsweise 1,1 Millionen Bienenvölker und 170.000 Imker, von denen die allermeisten die Imkerei als Hobby oder Nebenerwerb betreiben. Das Fachzentrum Bienen und Imkerei ist zuständig für eine Branchenerhebung, für die die Imker diesmal rund 13.000 Meldungen abgegeben haben - aufgeteilt in eine Erhebung zur Frühtracht, also der Ernte im Frühjahr, und eine Erhebung zur Sommertracht.

Pro 500-Gramm-Glas Honig verlangen die Imker lauft Umfrage 6,50 Euro, rund fünf Prozent mehr als im Vorjahr. „Die betriebswirtschaftlichen Kosten haben sich deutlich erhöht, daher waren Preiserhöhungen überfällig und trotzdem oft nicht kostendeckend“, sagt Branchenkenner Otten. So habe sich der Preis für Winterfutter für Bienen innerhalb eines Jahres etwa verdoppelt.

Als Bedrohung sehen die Imker die Asiatische Hornisse. Sie ist eine invasive Art, die Bienen jagd und damit das Sammelverhalten der Völker beeinträchtigt. In diesem Jahr sei die Asiatische Hornisse bereits massiv im Saarland und in Rheinland-Pfalz aufgetreten. „Bisher haben wir nur vereinzelt Schadensmeldungen erhalten, aber wir müssen das auf jeden Fall weiter im Blick haben“, so der Bienenexperte.

Auch Billigimporte aus dem Ausland bereiten den heimischen Imkern große Sorgen. Vier rheinland-pfälzische Imkerverbände haben deshalb in einem „Offenen Brief zur Notlage der Imkerei“ an Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) auf den „ruinösen und unfairen Wettbewerb“ hingewiesen, der viele Imker dazu zwinge, ihre Tätigkeit aufgrund von Dumpingpreisen einzustellen oder zu reduzieren. Sie appellierten an den Minister, eine EU-Initiative zur Neufassung der Honigrichtlinie zu unterstützen und sich für eine faire und nachhaltige Produktion einzusetzen. Diese sieht vor, dass die Herkunftsländer von importiertem Mischhonig künftig auf den Etiketten angegeben werden müssen.

Die Imker aus Rheinland-Pfalz können im Kampf gegen gemischten Honig auf Beistand von Özdemir hoffen. „Wir begrüßen den Vorschlag der EU-Kommission und unterstützen es nachdrücklich, bei Honigmischungen alle Herkunftsländer darzustellen“, sagte ein Sprecher des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Dies verbessere die Transparenz für Verbraucher, mache Honig aus Deutschland besser sichtbar und senke das Risiko für Irreführung.

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