Beim Kauf von Honig bekommen Supermarktkunden mehr Klarheit über die Herkunft. Auf Gläsern und Etiketten müssen künftig die Namen aller Ursprungsländer aufgeführt werden, wenn es mehrere sind. Das sieht eine Verordnung des Bundesagrarministeriums vor, der der Bundesrat am Freitag zugestimmt hat.
Bisher sind auch pauschale Angaben möglich wie „Mischung von Honig aus EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern“. Die Verbraucherorganisation Foodwatch hatte moniert, so eine Information sage nicht mehr aus als „Herkunft: Planet Erde“.
In Kraft treten soll die Neuregelung am 14. Juni 2026, wie das Ministerium erläuterte. Dabei kann Honig, der bis zum Stichtag nach den alten Vorgaben abgefüllt wird, noch abverkauft werden. Künftig müssen die Herkunftsländer in absteigender Reihenfolge ihres Anteils angegeben werden und zusätzlich der Gewichtsanteil in Prozent. Damit wird eine EU-Richtlinie national umgesetzt. „Mit der genauen Ursprungsangabe ist bei jedem Glas Honig klar, woher der Honig kommt. Das ist die Transparenz, die wir brauchen“, erklärte Ernährungsminister Alois Rainer (CSU).
Heimische Produktion deckt die Nachfrage nicht
Die heimische Honigproduktion deckt die Nachfrage bei weitem nicht. Der Selbstversorgungsgrad sank im vergangenen Jahr auf 37 Prozent, wie aus Daten des Ministeriums hervorgeht. Deutschland importierte 72.600 Tonnen Honig.
Die Ukraine lieferte mit einem Anteil von 22 Prozent die größte Menge an Importhonig nach Deutschland. Es folgten Argentinien mit 14 Prozent sowie Rumänien und Mexiko mit jeweils 7 Prozent, teilte das Ministerium mit.
