Badische Winzer Die Bremse gezogen

Der Badische Winzerkeller leidet wie die gesamte Branche an einer schlechten Geschäftsentwicklung. Zuletzt lagen die Absatz- und Umsatzerlöse der süddeutschen Genossenschaft aus Breisach bei Freiburg mit minus 12 Prozent (41,1 Millionen Euro) jedoch deutlich hinter der Marktentwicklung. Jetzt steuert der Vorstand mit radikalen Schritten gegen.

Donnerstag, 23. Juni 2022 - Hersteller
Lebensmittel Praxis
Artikelbild Die Bremse gezogen
Bildquelle: Badischer Winzerkeller

2021 ging der Absatz für Wein laut dem Marktforschungsinstitut IR im Inland um 5,4 Prozent zurück, der Umsatz um 4,9 Prozent. Dass es den badischen Winzern noch schlechter ergeht, liegt an kleineren Herbsteinlagerungen in 2020 sowie 2021 im Vergleich zu den Ernten der Vorjahre. Dadurch stand laut Pressemitteilung weniger Wein zur Vermarktung zur Verfügung. Die eingelagerten Weine seien zwischenzeitlich weitestgehend aufgebraucht gewesen, was zu signifikanten Umsatzrückgängen im Discount führte. Darüber hinaus führte die Umstellung der Listung bei einem großen Kunden von Lager auf Streckenbezug zu verringerten Umsätzen und teilweise eingeschränkter Verfügbarkeit in den Regalen. „Die Weinlese 2021 hat uns rund 30 Prozent weniger Erntemenge beschert. Das bedeutet deutlich weniger Substanzwert unseres Winzerkellers“, erklärt André Weltz (im Bild links neben Christian Schätzle, Vorstand Produktion und Oenologie), seit Anfang 2021 Vorstandsvorsitzender des Badischen Winzerkellers. Durch die Umstände sei nur ein geringes Traubengeld möglich.

Auch der Ukraine-Krieg hinterlässt Spuren in der Branche. Explodierende Kosten auf der Beschaffungsseite, die der Badische Winzerkeller nicht in vollem Umfang an seine Partner weitergeben kann, in Verbindung mit zu erwartender Konsumzurückerhaltung, werden nach Auffassung des Vorstandes den Wettbewerb in der Kategorie verschärfen, den Druck auf die Erlöse und die Gewinnerwartungen erhöhen.

Ein wichtiger Reformschritt stellt die Straffung des Sortiments dar. „Die Komprimierung unseres Sortiments auf nur noch 1/3 unserer bisherigen Produktpalette ist ein gewaltiger, aber notwendiger Kraftakt. Klare Erkenntnis – mit 20 Prozent unserer Weine machen wir 80 Prozent unseres Umsatzes“, so Weltz. Die weitere Strategie wird wie folgt beschrieben: Kosten senken, Zugang zum Markt erhalten und die Digitalisierung der Geschäftsprozesse zur nachhaltigen Steigerung der Effizienz forcieren. „Dabei überprüft der Badische Winzerkeller, inwieweit er auch außerhalb der Herkunft Badens konsumentenrelevante Produktangebote entwickeln kann“, so Weltz.

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