Fleischbranche Wursthersteller gehen auf Distanz

Der Bundesverband der Deutschen Fleischwarenindustrie zieht Konsequenz aus der öffentlichen Wahrnehmung während der Coronapandemie und benennt sich um in „Bundesverband Deutscher Wurst- und Schinkenproduzenten“.

Freitag, 24. September 2021 - Hersteller
Lebensmittel Praxis
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Bildquelle: Claudia Schiffner

Mit dieser neuen Bezeichnung soll das Profil als mittelständische, meist familiengeführte Branche deutlicher zum Ausdruck kommen und die Tätigkeit der Mitgliedsunternehmen besser beschrieben werden, heißt es in einer Pressemitteilung. „Wir machen Wurst und Schinken, Punkt“ fasst Verbandspräsidentin Sarah Dhem (Foto) die Branche zusammen. „Die zurückliegenden Monate haben allerdings gezeigt, dass wir immer wieder von Politik und Öffentlichkeit mit dem Schlachtgewerbe in einen Topf geworfen und in der Folge mit Maßnahmen konfrontiert werden, die unsere Branche überhaupt nicht betreffen – Beispiel Arbeitsschutzkontrollgesetz. Dem wirken wir jetzt mit einer neuen Positionierung aktiv entgegen“, so Dhem weiter.

Nach den erheblichen wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronapandemie wie die Schließung der Gastronomie und die vehemente sozialpolitische Diskussion über Werkverträge und Leiharbeit hat sich die Situation der Branche auch in den zurückliegenden Monaten kaum beruhigt. Insbesondere durch das Auftreten der Afrikanischen Schweinepest und dem damit verbundenen Exportstop in wichtige Drittlandsmärkte, die Auswirkungen des Lockdowns auf die Gastronomie und durch die schwache private Nachfrage sei die Situation auf allen Stufen der Branche gegenwärtig angespannt. Zudem stelle der Mitarbeitermangel die Hersteller vor große Probleme. Im Gegensatz zu vielen anderen Bereichen der Wirtschaft kann die deutsche Fleischwarenindustrie mit dem Verlauf des zurückliegenden Jahres allerdings insgesamt zufrieden sein. Der Umsatz nahm bedingt durch das Coronageschehen leicht von 20,7 Milliarden Euro auf 20,5 Milliarden Euro ab, ebenso entwickelte sich die Produktion nur leicht um –3,3 Prozent von 1.559.952 Tonnen auf 1.507.761 Tonnen zurück.

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