Kunden von Lebensmittelgeschäften haben im Corona-Jahr 2020 mehr Geld für Wein ausgegeben. Wie aus Daten des Marktforschungsinstituts Nielsen im Auftrag des Deutschen Weininstituts (DWI) hervorgeht, stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um acht Prozent. Der Mengenabsatz im Lebensmitteleinzelhandel nahm im Vergleich zu 2019 um sechs Prozent zu. Verbraucher griffen eher zu höherwertigen Weinen, was sich auch am Durchschnittspreis
zeigt: Dieser stieg um acht Cent auf 3,64 Euro pro Liter.
DWI-Geschäftsführerin Monika Reule führte die Entwicklung in erster Linie darauf zurück, dass sich der Weinkonsum von der coronabedingt zeitweise geschlossenen Gastronomie auf das Weintrinken daheim verlagert habe.
Der Nielsen-Befragung zufolge bezogen die privaten Weintrinker ihren Wein im vergangenen Jahr zu 66 Prozent im Lebensmitteleinzelhandel und zu zwölf Prozent direkt bei Winzern. Jeweils neun Prozent der Haushalte bezogen ihren Wein über den Online-Handel sowie den Weinfachhandel.
Von den eingekauften Mengen entfielen 45 Prozent auf deutsche Weine – ein Prozentpunkt mehr als 2019. Italienische Weine kamen auf einen Anteil von 15 Prozent, französische auf zwölf und spanische auf elf Prozent. Der Trend zu Rosé-Weinen hat sich weiter fortgesetzt: Ihr Anteil am Weinabsatz stieg von elf auf zwölf Prozent. Der Marktanteil von Weißweinen ging von 47 auf 46 Prozent zurück. Unverändert 42 Prozent entfielen auf Rotweine. Weine aus ökologischer Erzeugung steigerten ihren Anteil um jeweils 0,5 Prozentpunkte auf drei Prozent beim Absatz und vier Prozent beim Umsatz.
Nielsen-Studie Lebensmittelgeschäfte verkaufen mehr Wein
Weil die Gaststätten geschlossen sind, wird mehr Wein im Handel eingekauft. Deutsche Weine können nach einer Untersuchung von Marktforschern ihren Marktanteil leicht steigern.
Bildquelle: Fotolia/Torsten Schon
Das könnte Sie auch interessieren
Hersteller-Strategien
-
Unangemeldet20.000 Artikel auf 1.000 Quadratmetern – warum Kunden bei Edeka Reschke in München den Überblick behalten -
So entsteht...Räucherlachs in nur zwei Tagen – vom Frischfisch zum Feinkostprodukt -
HIT 2026Handelsbefragung – das sind die innovativsten Produkte und Marken im Lebensmittelhandel -
Ausbildungsexpertin im InterviewMut zur Andersartigkeit – wie Betriebe im Wettbewerb um Azubis auffallen
Fleisch
-
InsolvenzAlle Standorte von Geestferkel in Sachsen-Anhalt finden neue Betreiber -
FleischbrancheLösungen für Betriebe nach Geestferkel-Insolvenz in Arbeit -
FleischproduktionDeutsche Schlachtbetriebe produzieren weniger Fleisch -
FleischbrancheWurstproduzent Cornelius erholt sich nach schwachem Geschäftsjahr
Im Heft
Molkereiprodukte
-
Schweizer KäseAlpenflair in Hannover – wie Ruwisch und Zuck Thekenpersonal in einer Käsewelt schult -
Molkerei-CEO im Interview„Wir sind gut beraten, wenn wir Grundnahrungsmittel im eigenen Land produzieren“ – sagt der Chef der Molkerei Berchtesgadener Land -
MolkereibrancheBiomilch boomt – aber Deutschland muss sie importieren -
ErsatzprodukteVegan ist kompliziert – was es so schwer macht, Käse ohne Milch herzustellen
Nachhaltigkeit
-
KlimafolgenGreenpeace sieht Hitzesommer-Kosten von mindestens 36 Milliarden Euro -
Simon-Kucher-UmfrageMehrheit würde für nachhaltige Verpackungen mehr zahlen -
Koalitionsstreit KlimaschutzSPD will Klimaanpassung im Grundgesetz verankern -
Verpackungsverordnung tritt in KraftEU verbietet Ewigkeitschemikalien in Lebensmittelverpackungen
Viel gelesen in Hersteller
-
FleischalternativenErsatzprodukte bleiben spannend – auch weil neue Regeln das Geschäft verändern -
HIT 2026Handelsbefragung – das sind die innovativsten Produkte und Marken im Lebensmittelhandel -
CEO im InterviewVom Neustart zum Wachstum – Biovegan peilt 30 Millionen Euro Umsatz an -
Logistik ohne DieselMars und Rewe elektrifizieren Transportkorridor komplett