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Verpackungen Steigt die Abfallmenge in Deutschland weiter?

Lebensmittel Praxis | 27. Oktober 2020
Verpackungen: Steigt die Abfallmenge in Deutschland weiter?
Bildquelle: Hoppen

Der Kaffee zum Mitnehmen, das Abendessen vom Lieferservice, der Joghurt in kleinen Einzelportionen und die neue Jeans im Netz bestellt – das ist bequem, produziert aber Abfall. „Neueste“ Zahlen sprechen von einem Anstieg, doch die sind bereits fast zwei Jahre alt.

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Der Verbrauch von Verpackungen in Deutschland nimmt vermeintlich weiter zu. 2018 stieg die Müll-Menge auf ein Rekordhoch: 18,9 Millionen Tonnen fielen an, wie das Umweltbundesamt (UBA) am Dienstag mitteilte. Rechnerisch waren das 227,5 Kilogramm pro Kopf und damit ein Kilo mehr als im Vorjahr 2017. Private Verbraucher hatten daran erneut einen Anteil von 47 Prozent. Sie produzierten über 8,9 Millionen Tonnen Verpackungsmüll oder 107,7 Kilo pro Kopf – ein Prozent mehr als 2017 und ganze 20,6 Prozent mehr als noch 2010.

Allerdings sind die Daten für 2018 zwar die neuesten offiziellen, berücksichtigen aber noch nicht, dass seit 2019 ein neues Verpackungsgesetz gilt, das unter anderem höhere Recyclingquoten vorschreibt und die Recycling-Freundlichkeit von Verpackungen über finanzielle Anreize voranbringen will. Seit 2019 liegt etwa die vorgeschriebene Recyclingquote für Kunststoffverpackungen bei 58,5 Prozent, 2022 steigt sie auf 63 Prozent. Allerdings gelten für diese Quoten andere Berechnungsgrundlagen als für die vom UBA für 2018 genannten Quoten, die sich auf alle in Deutschland angefallenen Verpackungsabfälle beziehen, die innerhalb Deutschlands oder in einem anderen Staat verwertet wurden.

Denn in Deutschland fällt zwar viel Verpackungsmüll an, es wird davon aber auch bereits jetzt viel recycelt – etwa 69 Prozent, wie das UBA weiter mitteilte. Je nach Material sind die Unterschiede groß: Bei Stahl sind es 91,9 Prozent, bei Aluminium 90,1, bei Papier und Karton 87,7 Prozent und bei Glas 83 Prozent. Verpackungsmüll aus Kunststoff wurde dagegen nur zu 47,1 Prozent wiederverwertet, aus Holz sogar nur zu 25,3 Prozent.

Das Umweltbundesamt (UBA) hat noch keine Erkenntnisse dazu, wie sich die Corona-Krise auf den Verpackungsverbrauch ausgewirkt hat. „Aufgrund der geschlossenen Geschäfte und Restaurants ist allerdings abzusehen, dass vor allem mehr Serviceverpackungen für Essen und Getränke verbraucht worden sind“, teilte die Behörde mit.