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Tönnies Mitarbeiter bis 17. Juli in Quarantäne

Lebensmittel Praxis | 02. Juli 2020
Tönnies: Mitarbeiter bis 17. Juli in Quarantäne

Bildquelle: Getty Images

Für die Beschäftigten der Firma Tönnies in Rheda-Wiedenbrück wird erneut eine häusliche Quarantäne ab morgen, 3. Juli 2020 angeordnet. Heute entscheidet die Kreisverwaltung Gütersloh, wie es mit dem Werk weitergeht.

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Es bleibt spannend: Was mit dem Werk in Rheda-Wiedenbrück, Deutschlands größtem Schlacht- und Zerlegebetrieb, passiert, ist noch offen. Auch für das Werk läuft die bisher geltende Verfügung heute aus. Nun muss die Kreisverwaltung Gütersloh heute entscheiden, wie es weitergeht. Ob der Betrieb noch geschlossen bleiben muss, ob und wann er unter welchen zu erfüllenden Bedingungen teilweise oder gar ganz wieder öffnen darf. Dürfte die Produktion wieder anlaufen, könnte sich Tönnies neue Mitarbeiter organisieren oder welche von anderen Unternehmen vorübergehend ausleihen.

Die erneute Quarantäne gilt für alle Personen, die zwischen dem 3. bis 17. Juni mindestens einen Tag bei Tönnies tätig waren sowie für deren Haushaltsgemeinschaften. Ausgenommen sind unter anderem diejenigen, die schon krank waren und als geheilt gelten. Alle Details sind in einer neun Seiten langen Allgemeinverfügung geregelt. Sie gilt bis zum 17. Juli 2020.

Sowohl die Kreisverwaltung Gütersloh als auch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen bestätigen, dass das Unternehmen Tönnies der Kreisverwaltung Gütersloh bislang erste konzeptionelle Überlegungen vorgelegt habe. Eine abschließende Bewertung liegt noch nicht vor.

Sven-Georg Adenauer, Landrat des Kreises Gütersloh, sagt dazu: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Werk öffnet, solange der Lockdown andauert." Die maßgebliche Messzahl der Corona-Infizierten liege derzeit bei 76,4. Sie müsste aber zur Beendigung des Lockdowns unter 50 pro 100.000 Einwohnern liegen.

Für eine Nachfolgeregelung muss das Unternehmen glaubhaft darlegen, wie eine Wiedereröffnung mit Hygienekonzept erfolgen könne. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Umbau des Lüftungssystems in den gekühlten Werksbereichen. Jeder weitere Schließtag kostet nicht nur die Firma Tönnies viel Geld, sondern belastet auch die Schweinemäster sowie alle vor- (Ferkelerzeuger) und allmählich auch nachgelagerten Bereiche (Lebensmittelhandel, Fleischwarenindustrie) der Wertschöpfungskette. Rund 100.000 Schweine stauen sich wöchentlich bei den Mästern.

Tönnies hatte seinen Kunden noch Mitte Juni in einem umfangreichen Schreiben den Neustart der Produktion zum Monatswechsel in Aussicht gestellt. Man gehe davon aus, dass der Betrieb „auf Basis der erfolgreichen Umsetzung von Maßnahmen“ und nach Prüfung des Pakets durch die zuständigen Behörden am ersten Juli-Wochenende „schrittweise wieder aufgenommen werden kann“, hieß es damals. Heute teilt das Unternehmen auf Nachfrage der LP mit: „Die Quarantäne für alle Mitarbeiter und die Personen in häuslicher Gemeinschaft verlängert sich solange, bis ein zweiter negativer Test vorliegt. Bezüglich der Betriebsöffnung sind wir im Gespräch mit den Behörden. Das Hygienekonzept liegt vor.“

Mehr zum Thema und der Bedeutung für die Fleisch-Branche mit vielen Hintergrund-Informationen und Einschätzungen von Branchen-Kennern lesen Sie im Titel-Thema der LP 11/2020, die nächste Woche erscheint.